Teichfolie wird rechteckig geliefert. Das ist selten die Form, die man für seinen Gartenteich geplant hat, also sind mir beim Anlegen des Teichs kleine Stücke Kautschukmatte übriggeblieben, die ich seit Jahren für die verschiedensten Zwecke verwende. Man kann zum Beispiel hartnäckiges Unkraut im Gemüsebeet damit abdecken. Dann sieht man es für einige Zeit nicht, denn die Folie ist blickdicht.
Schön sind diese Folienreste nicht, die bei uns in der Ecke im Garten rumliegen, aber darunter ist es warm, und das zieht vor allem im Frühjahr die Blindschleichen an. Wir haben seit längerem eine kleine, aber feine und stabile Population dieser Tiere in unserem Garten. Jedes Jahr gibt es mehrere Sichtungen – nur nicht von mir.
Es kann zum Beispiel passieren, dass unsere Nachbarin auf Besuch kommt und anmerkt, dass sie gerade am Gartentor eine Blindschleiche verschwinden gesehen hat – mit der Betonung auf „verschwinden“. Mrs. Columbo ist sowieso ein ganz großer Fan der beinlosen Eidechsen. Sie braucht nur einen Stein umzudrehen oder im Frühling den Reisigschutz von den Rosen wegzuräumen, schon begegnet ihr eine Blindschleiche, die dann selbstredend rechtzeitig verschwindet, bevor ich mit der Kamera anrücke.

Gestern war es aber auch bei mir so weit: Beim Auftragen von Kompost fürs Gemüse wollte ich eine Gummimatte umlegen, und da war sie, die erste Blindschleiche, die ich fotografieren durfte. Selbstverständlich habe ich sie anschließend wieder warm zugedeckt. Der Kürbis muss dieses Jahr woanders hin.

Es lohnt sich jedenfalls, in einer sonnigen, unauffälligen Ecke des Gartens ein paar schwarze Folienstücke aufzulegen. Blindschleichen nehmen diese Verstecke gern an. Ich weiß, dass nicht jeder ein Fan der Beinlosen ist, aber sie zeigen sich sowieso nur selten. Wie Heinzelmännchen agieren sie im Verborgenen und vernichten die eine oder andere Schnecke.
























