Heupferde auf Margeriten

Unser Garten hat zwei Teile – den sozialverträglichen und den, wo keiner rein sieht. Hinter dem Haus steht die Wiese die meiste Zeit kniehoch, vorne wird die ganze Fläche regelmäßig gemäht. Der eine Teil gefällt mir, der andere den Nachbarn, und bei den Margeriten sind wir uns einig. Die dürfen nicht nur bei uns im Vorgarten bleiben, die zieren auch viele andere Rasenflächen in der Gegend, bis sie verblüht sind.

Es ist wie ein Sport: Man muss ein gutes Auge haben und seinen Garten kennen, um zu wissen, an welcher Stelle im Frühjahr die zarten krausen Blätter ans Licht kommen. Aus diesen wachsen dann im Mai die Blütenstängel empor, und bis Anfang Juni hat man so einen weißen Blütenstrauß mitten in der Wiese stehen.

Insekten habe ich bislang auf den Margeriten wenige entdeckt. Schmeißfliegen, Schwebfliegen und Schenkelkäfer sind mir aufgefallen, maximal noch einzelne Wildbienen – die Honigbiene hat um diese Zeit längst schmackhaftere Nahrung.

Dieses Jahr tummeln sich aber die Grünen Heupferde recht zahlreich auf den weißen Blüten. Noch sind sie klein und unscheinbar, aber vom Schlüpfen im Frühjahr bis zum fertigen Insekt im Oktober durchlaufen sie acht verschiedene Stadien. Und im Gegensatz zu vielen anderen Insekten schauen auch die sieben Larvenstadien fairerweise schon fast so aus wie die adulten Tiere.

19 Kommentare zu „Heupferde auf Margeriten

    1. Mit dem Teich im Garten haben wir immer reichlich Libellen. Dieses Jahr sind es aber auch ein bisschen weniger. In einem Strauch nisten Mönchsgrasmücken und das Männchen kommt jeden Morgen die frisch geschlüpften Libellen abklauben. Aber so soll es ja auch sein, und alle kriegt er eh nicht.
      Liebe Grüße, Richard

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      1. Schön.
        Ich meinte aber den allgemeinen Rückgang. Der ist in diesem Jahr hier besonders zu bemerken. Das haben mir auch einige Kollegen bestätigt.
        LG Jürgen

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      2. Ja, schade, ich weiß, und es ist auch bei uns nicht zu übersehen. Man kann im Garten ein bisschen gegensteuern, aber die weitaus größere Fläche gehört der Landwirtschaft. Da muss sich etwas ändern.
        Liebe Grüße, Richard

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  1. ähnlich bei mir: Vorn „sozialverträglich, hinten wild. Als ich angefangen habe mit wachsen lassen gab es an einer Stelle der Wiese auch viele Margariten. Die sind jetzt alle weg, wahrscheinlich, weil ich nicht mehr, bzw. nur zweimal im Jahr mähe. Mittlerweile entwickelt sich die große Wiese auc in Richtung Trockenrasen, weil sie nie gegossen wird.
    Und dann gibt es ja noch den schattigen Seitenstreifen am Rasen, wo mittlerweile ziemlich viele Frühblüher stehen. Der ist im Sommer sozialverträglich und vorher wird er nicht gemäht.

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    1. Klingt nach Vielfalt. Das ist gut. Die Margeriten sind bei uns an der Stelle, wo sie früher waren, auch verschwunden. Wenn man zwei Jahre alles drüber wachsen lässt, sind sie weg. Ich denke, es funktioniert bei uns, weil ich an der Stelle dann abmähe, sobald die Margeriten verblüht sind.

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      1. Ja, das habe ich wohl falsch gemacht. Ich merkte auch bei Gänseblümchen und Klee auf dem Rasen, dass sie verschwinden, wenn man brav drumherum mäht.

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      2. Genau so wie bei uns: Der Klee kommt dann nach den Margeriten im Sommer, wenn es trockener ist und wir nicht mehr so oft mähen müssen. Aber mit nur einmal im Jahr mähen wird der Klee verdrängt. Und die Gänseblümchen sowieso.

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    1. Ja, Museumskäfer habe ich auch gesehen, denke ich. Ohne die kleinen anderen Insekten hätten sich wahrscheinlich auch nicht die Heupferde eingefunden. Irgendwas müssen die ja auch futtern.
      Liebe Grüße, Richard

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