Was frisst ein Pferd?

Grünes Heupferd

Das Grüne Heupferd ist in Europa weit verbreitet. Es kommt bei uns im Süden genauso vor wie oben im Norden. Beeindruckend ist seine Größe. Der Körper selbst misst bis zu 42 Millimeter, dazu kommt bei den Weibchen die bis zu 32 Millimeter lange Legeröhre, und über diese ragen die Flügel noch ein gutes Stück hinaus. Wenn einem so ein Heupferd über den Weg fliegt, denkt man unwillkürlich an ein tropisches Insekt, dabei ist es nur in Europa und Asien beheimatet.

Aber was frisst eigentlich so eine Riesenheuschrecke? Im Garten gibt es ja zwei Sorten von Insekten: die nützlichen und die sehr nützlichen. Nützlich ist beispielsweise der Kohlweißling. Im Sommer hat man viel Freude an dem weißen Geflirre im ganzen Garten, er taugt recht gut als Vogelfutter, und dass sich seine Raupen an unserem Kohlrabi und Brokkoli laben, ist nicht weiter tragisch. Sehr nützlich sind hingegen Marienkäfer, die fressen nachweislich Blattläuse.

Aber was ist mit dem Grünen Heupferd? Bei so einem Brummer denke ich gleich an das Alte Testament – und da liege ich falsch, denn die achte biblische Plage handelt von Wanderheuschrecken. Das Heupferd hingegen hat es nicht so mit der pflanzlichen Kost. Das frisst am liebsten Insekten wie Fliegen, Raupen und sogar Kartoffelkäferlarven. Da kommt Freude auf. Und wo fühlt es sich wohl? Dort, wo die Wiese kniehoch steht. Noch ein Treffer, weil mit dem Rasenmähen haben wir es ja auch nicht so. Und das Exemplar, das hier an unserer Hausmauer Unterschlupf vor dem Regen gefunden hat, sieht besonders sympathisch aus: Es ist nämlich am Legerohr deutlich als Weibchen erkennbar und folglich leise.

Grünes Heupferd