Was frisst ein Pferd?

Das Grüne Heupferd ist in Europa weit verbreitet. Es kommt bei uns im Süden genauso vor wie oben im Norden. Beeindruckend ist seine Größe. Der Körper selbst misst bis zu 42 Millimeter, dazu kommt bei den Weibchen die bis zu 32 Millimeter lange Legeröhre, und über diese ragen die Flügel noch ein gutes Stück hinaus. Wenn einem so ein Heupferd über den Weg fliegt, denkt man unwillkürlich an ein tropisches Insekt, dabei ist es nur in Europa und Asien beheimatet.

Aber was frisst eigentlich so eine Riesenheuschrecke? Im Garten gibt es ja zwei Sorten von Insekten: die nützlichen und die sehr nützlichen. Nützlich ist beispielsweise der Kohlweißling. Im Sommer hat man viel Freude an dem weißen Geflirre im ganzen Garten, er taugt recht gut als Vogelfutter, und dass sich seine Raupen an unserem Kohlrabi und Brokkoli laben, ist nicht weiter tragisch. Sehr nützlich sind hingegen Marienkäfer, die fressen nachweislich Blattläuse.

Aber was ist mit dem Grünen Heupferd? Bei so einem Brummer denke ich gleich an das Alte Testament – und da liege ich falsch, denn die achte biblische Plage handelt von Wanderheuschrecken. Das Heupferd hingegen hat es nicht so mit der pflanzlichen Kost. Das frisst am liebsten Insekten wie Fliegen, Raupen und sogar Kartoffelkäferlarven. Da kommt Freude auf. Und wo fühlt es sich wohl? Dort, wo die Wiese kniehoch steht. Noch ein Treffer, weil mit dem Rasenmähen haben wir es ja auch nicht so. Und das Exemplar, das hier an unserer Hausmauer Unterschlupf vor dem Regen gefunden hat, sieht besonders sympathisch aus: Es ist nämlich am Legerohr deutlich als Weibchen erkennbar und folglich leise.

Grünes Heupferd

6 Kommentare zu „Was frisst ein Pferd?

  1. 🙂 vielen Dank für die Verlinkung! Hab mich gerade sehr gefreut, als ich sie entdeckt hab 🙂
    Schöner Beitrag und tolles Foto! Die Heupferde sind super, oder? Schon als Kind hat mir der Name eingeleuchtet: Sie sehen einfach aus wie grüne Heu-Pferde. In unserem Garten wohnen sie auch, an den Juli-/Augustabenden sitzen sie immer an den gleichen Orten (oft weiter oben, in hohen Stauden oder im Apfelbaum) und zirpen ziemlich laut.

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  2. Danke, gern geschehen. Ja, diese Heupferde sind schon faszinierend. Die Flügel ragen weit über den Körper hinaus und lassen sie viel größer wirken. Als mir das erste über den Weg geflogen ist, hab ich gedacht, das ist ein eingeschlepptes Insekt aus dem Süden. Dabei gibt es die grünen Heupferde in ganz Europa. Was ich bei diesen Grillen und Heuschrecken noch nicht herausgefunden habe, ist, wie man das Zirpen unterscheidet. Und vor allem, woher es kommt. Bei den Singvögeln weiß ich mittlerweile nach dem ersten Ton meist, wer oben im Baum sitzt. Akustisch ist das Aufspüren deutlich einfacher.

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