Taubenschwänzchen beim Tanken

Es heißt, dass man bei manchen Sportwagen den Motor an der Tankstelle schon alleine deshalb abstellen muss, weil sonst der Tank nie voll wird. Das Taubenschwänzchen hat ein ähnliches Problem, nur stellt es bei der Nahrungsaufnahme den Motor eben nicht ab. Sein Schwirrflug ist so energieaufwändig, dass der kleine Wanderfalter je nach Pflanzensorte pro Tag zwischen 500 und 5000 Blüten besuchen muss, um seinen Nektarbedarf von 0,5 Milliliter zu decken.

Hat das Taubenschwänzchen einmal eine geeignete Nahrungsquelle entdeckt, grast es unermüdlich alle Blüten ab, wie zum Beispiel bei unseren Bartnelken, wo die Falter zur Zeit oft stundenlang herumschwirren. Später im Sommer finde ich sie dann vor allem am Phlox. Bezüglich der Nektarpflanzen sind die Taubenschwänzchen aber nicht wählerisch, Hauptsache die Blütenkelche sind lang und eng, um Nahrungskonkurrenz auszuschließen. Ihren an diese Pflanzenform perfekt angepassten Rüssel rollen sie beim Flug immer wieder ein und erst kurz vor der Blüte wieder aus, wie man auf einem der Fotos gut erkennen kann.

26 Kommentare zu „Taubenschwänzchen beim Tanken

    1. Danke. Die Wissenschaft lügt nicht, die Insektenzahlen gehen nach unten, und die Falter sind stark betroffen, aber bei uns im Garten flattert es noch. Nur auffällig mehr werden sie halt nicht.

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      1. Die Landwirte können sich abputzen so viel sie wollen: bis April waren es zwar wenige Falter, aber es waren welche da. Dann kam Anfang bis Mitte Mai die Phase der diversen Schutzspritzungen auf den Feldern, und aus war’s. Wer da nicht Zusammenhänge vermuten möchte …

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      2. Das lässt sich nicht übersehen und ist mittlerweile auch wissenschaftlich gut belegt. Nur die politischen Entscheidungen fehlen.
        Bei uns ist es so, dass unser Garten einer von den älteren ist, quasi die erste Phase der Dorferweiterung nach dem Krieg, und jetzt liegt er ziemlich in der Mitte vom Dorf. Da sind die nächsten Felder weiter weg, und den Vorteil merkt man.

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    1. Ja, wir gehen viel zu oft von unseren Erwartungen aus und denken, es ist eine schlauchartige Röhre und dann ist der Rüssel in Wirklichkeit eine mehrteilige Rinne oder wird spiralig eingerollt. Die Natur hat da sehr viele komische Formen hervorgebracht.

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      1. „wir gehen viel zu oft von unseren Erwartungen aus “
        genauso scheint es zu sein.
        Dreiteilig ist der Apparat ja bei einer Hummel, mit sogar kleinem Löffelchen vornedran. Wenn man den Apparat so fotografieren kann, haftet es eher.
        Auch beim Zeichnen ist es so: Man hat eine Vorstellung von einem Gesicht oder Körper eines Menschen, aber beim aufmerksamen Sehen lernt man, daß man am Realen gerne vorbeizeichnet.

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      2. Beim künstlerischen Zeichnen gehört das „am Realen Vorbeizeichnen“ ja ein bisschen dazu, aber die Wissenschaft könnte ein bisschen exakter sein, wenn ich mir was wünschen dürfte. 😉

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  1. Sehr schöne Bilder von dem kleinen Taubenschwänzchen. Wir hatten auch letzte Woche Besuch von einem, aber meine Bilder sind nicht wirklich gut geworden. Wir haben übrigens in unserem Stadt-Garten dieses Jahr gefühlt mehr Schmetterlinge als in den Jahren zuvor.

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    1. Danke für das Kompliment, wobei ich gestehen muss, dass ich mit meinen Fotos selber selten zufrieden bin. Vor allem für Makroaufnahmen fehlen mir Kamera und Objektiv. Da schwindle ich mich ein bisschen darüber hinweg, indem ich manchmal eine Vorsatzlinse verwende, aber man sieht das halt den Fotos dann auch an. In diesem Fall hatte ich einfach nur Glück, weil das Taubenschwänzchen ewig um die Bartnelken geschwirrt ist und ich viele Aufnahmen machen konnte.
      Das mit dem Schmetterlings- und Vögelzählen ist immer subjektiv. Wie du schreibst: „gefühlt“ halt. Selbst die Wissenschaft tut sich da schwer. Bei mir ist es so, dass mir jedes Jahr andere Schmetterlinge auffallen. Letztes Jahr waren viele C-Falter. Dieses Jahr ist jeder zweite Schmetterling ein Kleiner Fuchs. Aber vielleicht ist es immer derselbe, oder ich bin fixiert auf die Art, die ich zuerst sehe. Jedenfalls bin ich froh, dass bei uns noch etwas schwirrt. Nicht jeder berichtet so positiv wie du.

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      1. Manchmal hilft die beste Ausrüstung nicht, wenn kein Gefühl da ist für die Tierchen. Aber ich kenn das mit den hohen Ansprüchen…
        bin gerade im Urlaub und stelle fest, auf dem Land (Mosel, Hessen) fliegt wirklich nicht viel. Allerdings hatten wir auch kaum ideales Schmetterlingsflugwetter 😅

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      1. Könntest du mir die Fotos zur Verfügung stellen. Ich bin dabei einen kleinen Beitrag über den „Luftrüssel“ zu schreiben, jenem Kinderspielzeug, das man durch Blasen entrollen kann und möchte eine Analogie zur Natur andeuten. Vermutlich brauche ich nur das, wo man die Spirale sieht. Gruß, Joachim.

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    1. Danke. Die kommen wahrscheinlich bei uns öfter vorbei, weil wir weiter im Süden sind. Angeblich fliegen sie bis zu 80 km/h schnell, aber auch in diesem Tempo kann es sich bis in den Norden ziehen. 😉

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