Normalerweise sitzen die männlichen Feldgrillen relativ verschämt vor ihrem Bau. Der frei gelegte Platz lässt auch kaum mehr zu. Dementsprechend sieht man immer nur einen Teil des Tiers, der Rest ist hinter Gras oder durch den Baueingang verborgen.
Nicht so das Exemplar hier. Unser Freund, weiß, dass es auf die Größe ankommt. Er hat eine breite Schneise leer geräumt, und man hört ihn laut und deutlich quer durch den Garten zirpen, oder – wie es in dem Film „This is Spinal Tap“ über einen Gitarrenverstärker heißt – „This one goes to eleven, it’s one louder!“
Wenn er nicht gefressen wird, müsste seine Taktik eigentlich von Erfolg gekrönt sein. Ich wünsche ihm trotzdem nicht wirklich viel Glück dabei, weil wenn er sein musikalisches Geschick weitergibt, haben wir nächstes Jahr eine etwas lautere Generation in unserem Garten.
Aber wenn er schon so eine große Bühne angelegt hat, dann will ich sie wenigstens nützen, um einen kurzen Auftritt herzuzeigen. Dass er dabei zunächst verkehrt heraus kommt, ist nicht die Regel, aber es ermöglicht gleich zu Beginn einen genauen Blick unter die aufgestellten Flügel. Der rechte liegt bei allen Exemplaren oben. Er hat eine Leiste mit vielen kleinen Zähnchen, die er über die Kante des linken Flügels zieht. Dadurch entsteht der Klang. Für mehr sind die Flügel übrigens nicht gut. Fliegen können Feldgrillen nicht.























