Die Flugzeit des Plattbauchs geht bei uns langsam zu Ende. Diese Libelle ist eine der ersten, die im Frühjahr am Teich erscheint. Es gibt immer ein dominantes Männchen, das sich den besten Platz am Wasser sichert. Die anderen Männchen und die Weibchen sitzen etwas abseits in der Hecke oder im Gemüsebeet auf der Ansitzlauer.
Dieses Jahr gibt es für den stärksten Plattbauch einen ganz besonderen Platz, und das hängt mit den Brombeeren zusammen, die hinter dem Teich wachsen. Die Ranken finden den Platz am Wasser super und beugen sich immer weiter vor, um möglichst viel vom reflektierten Sonnenlicht abzubekommen. In den letzten Jahren musste ich die Früchte deshalb vom Schlauchboot aus ernten, das ich mit einer Schnur am Zaun fixiert habe.
Heuer haben es die Brombeeren aber übertrieben. Die schweren Ranken hingen tief in den Teich, also habe ich ein Seil gespannt, um sie aus dem Wasser zu heben. Ich war kaum fertig, da saß das dominante Männchen schon auf der Schur. Es war einfach der beste Platz, um das Revier zu überwachen. Man konnte die Libelle richtig jubeln hören: Mein Herrli hat mir ein Seil gespannt! Der weiß, was ich brauche.
Mir soll es recht sein. Hauptsache, die Brombeerernte im Herbst ist gerettet. Bis dahin wird sich hoffentlich auch das Seil wieder finden, mit dem ich immer das Schlauchboot am Zaun festmache. Wohin das nur plötzlich verschwunden ist? Das Gärtnerleben stellt einen immer wieder vor kaum zu bewältigende intellektuelle Herausforderungen.







