Die ersten Libellen

Die Frühe Adonislibelle macht ihrem Namen alle Ehre, sie ist immer schon einen Ticken vor dem ersten Plattbauch und den Azurjungfern unterwegs und markiert den Beginn der Libellensaison. Das linke Bild stammt vom ersten Mai, das rechte Bild vom 16. Juni letzten Jahres. Man kann sehr schön erkennen, dass sich die frisch geschlüpfte Libelle noch kräftiger färben wird, bevor sie im Juni zum Ablaichen an den Teich zurückkehrt.

Adonislibelle heißt sie übrigens nicht nur, weil sie schön ist. Als Aphrodite den Tod des Adonis beweinte, haben ihre Tränen kleine Röschen wachsen lassen, und das Blut des Adonis hat diese rot gefärbt. Analog zu den Adonisröschen tragen die Adonislibellen wegen ihrer rot-schwarzen Färbung den Namen des griechischen Schönlings.

Es gab Zeiten, da hat man Pflanzen und Tiere noch nach der griechischen Mythologie benannt. Das System war aber zu aufwändig und hat sich nicht gehalten, die Späte Adonislibelle heißt ganz profan auch Scharlachlibelle. Dass beide Namen auf die rote Farbe anspielen, ist übrigens kein Zufall. Sie erlaubt eine eindeutige Bestimmung, denn unter den Kleinlibellen gibt es bei uns nur diese zwei Arten in Rot. Die Späte Adonislibelle hat auch noch rote Beine, während sie bei der Frühen Adonislibelle schwarz sind. Man kann es auf den Fotos sehr schön sehen. Ich wünschte, Libellen zu bestimmen wäre immer so einfach.

27 Kommentare zu „Die ersten Libellen

    1. Man muss im Revier ein bisschen einen Überblick haben. Ich entdecke jedes Jahr neue Arten. Ich glaube aber nicht, dass die wirklich neu auftauchen. Mit der Erfahrung vom letzten Jahr finde ich nur die „neuen“ Arten besser.

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      1. Wunderbar. Das freut mich jetzt aber. Offensichtlich ist der Artenbestand gar nicht so unterschiedlich und der Jahrseablauf verläuft auch ähnlich. Es gibt doch noch teilweise intakte Natur.

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      2. Ich las vorgestern, daß die häufigen Arten nicht so sehr vom Aussterben bedroht sind. Da sind die Verluste sozusagen moderat (so 15 %). Bei den Insekten, die ganz spezielle Lebensbedingungen brauchen, sieht es ganz anders aus.

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      3. Das stimmt natürlich. Zum Teil werden Allerweltsarten häufiger, während die Spezialisten verschwinden. Aber Libellen stellen schon gewisse Ansprüche an ihre Lebensräume, weil ja die kleinen Gewässer oft trocken gelegt werden. Und so viele Arten gibt es bei uns gar nicht. Wenn ich recht erinnere, sind es um die 70 verschiedene Libellenarten. Davon habe ich gut 10 schon im Garten beobachtet. Es reicht ein bisschen Wasser, und schon geht die Artenvielfalt einen Sprung nach oben. Bei dir scheinen auch genug Gewässer im Umkreis. Einige Libellenarten hast du ja auch schon gezeigt. Und wo die überleben, gibt es auch genug Wasser für Amphibien usw.
        Sicher werden viele Arten in den nächsten Jahrzehnten verloren gehen, aber noch ist auch Platz für ein bisschen Optimismus.

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      4. Wir haben jüngst einen Teich angelegt! Ist noch keine 7 Tage her.
        Beim entfernten Nachbarn hatte ich letztes Jahr in der Abendsonne am Maschendrahtzaun ein wunderbares Exemplar fotografieren können.

        Den grundsätzlichen Optimismus teile ich im Grunde auch. 🙂

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      5. Es wird ein bisschen dauern, aber dann wird dir der Teich ganz viele neue Insektenmotive bringen. Ich gratuliere. Das werden schöne Fotos, und auch sonst wird sich mit dem Teich viel zum besseren verändern, ist meine Erfahrung.

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    1. Danke. Ich hatte noch einen einzelnen Plattbauch beim Schlüpfen und eine Hufeisen Azurjungfer, die vorbei geflogen ist. Aber das waren Einzelfälle. Der große Ansturm kommt auch bei uns dann mit der Wärme.
      Liebe Grüße, Richard

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    1. Keine Sorge, die kommen noch. Es ist noch nicht die Zeit dafür. Das sind bei uns wirklich die ersten gewesen.
      Und: Sie kommen ja zweimal. Zuerst schlüpfen sie aus dem Wasser und ein paar Wochen später kommen sie zurück zum Ablaichen. Das erste Mal sind sie unauffälliger. Manchmal verkriechen sich die Larven vor der letzten Häutung ins Gebüsch, und dann sieht man sie gar nicht.
      Liebe Grüße, Richard

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      1. Dann bin ich beruhigt 🙂

        Als wir noch junge Teichbesitzer waren, wunderte ich mich einen Sommer lang, was da für kleine Aliens durchs Gewässer krochen. Im Herbst würde es dann klar, als sie die Hüllen nach dem schlüpfen auf den Gräsern zurück ließen 😆

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      2. Ich bin ein großer Fan von H.R.Giger und habe schon mehrere Ausstellungen mit seinen Werken gesehen, da war natürlich auch die Plastik für den Alien-Film ausgestellt. Vor ein paar Wochen habe ich einen Naturfilm über Libellen gesehen, da hat jemand die Ähnlichkeit der Larven zur Alien-Figur erwähnt. Mir ist das bislang nie aufgefallen. Aber es stimmt: Es sind kleine Aliens, die da durch unseren Teich schwimmen. Seit ich das weiß, verzeihe ich ihnen auch, dass sie mir dauernd Kaulquappen wegfressen. Von irgend etwas muss so ein Alien ja auch satt werden.

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      3. Die Larven der großen Libellen fressen haufenweise Kaulquappen. Hab ich schon oft gesehen. Die Libellenlarven können schneller schwimmen. Aber sonst hätten wir wirklich zu viele Kröten und Frösche.

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    1. Danke. Die große Zeit der Libellen kommt erst. Die meisten schlüpfen in den nächsten zwei Monaten, die letzten im September.
      Was du im Teich siehst, sind meiner Meinung nach keine Exuvien, also nicht die Reste der letzten Häutung. Die bleiben oft an Land zurück. Die Libellenlarve häutet sich aber im Wasser mindestens zehn Mal und wird dabei Stück für Stück größer. Diese Reste schwimmen auch bei uns haufenweise im Teich. Erst kurz vor der letzten Häutung klettert die Larve aus dem Wasser. Die frühen Arten haben noch kaum Wasserpflanzen zur Verfügung und wandern über den Boden, manchmal viele Meter. Spätere Arten wie die Blaugrüne Mosaikjungfer klettern oft nur noch ein kleines Stück die Schilfhalme hinauf.
      Liebe Grüße
      Richard

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