Vorab muss ich etwas klarstellen: Für diesen Beitrag wurde kein Tier zu irgend etwas gezwungen – wenn man von mir absieht. Beim ersten Mal musste ich mich schon ein bisschen zwingen, der Kröte die Hand zu geben. Vor allem, wenn man weiß, was sich die kleinen Klammeraffen denken, während sie hingebungsvoll die Augen schließen: Ich hab‘ so ein Glück. Das ist die fetteste Braut vom ganzen Teich, und gerade die krieg‘ ich ab.
Erdkröten sind sehr scheue, nachtaktive Wesen. An Land verhalten sie sich unauffällig, und im Wasser tauchen sie sofort weg, wenn man sich nähert. Nur einmal im Jahr gehen ihnen die Sicherungen durch. Und da die Männchen am Laichgewässer in der Überzahl sind, klammern sie sich an allem fest, was sich nicht wehrt und irgendwie einer weiblichen Kröte ähnelt. So viel zu meinem Erscheinungsbild.
Man muss nur die Hand ins Wasser halten, schon schwimmt ein Erdkrötenmännchen auf einen zu. Charmant und zaghaft berührt es einen zuerst mit den vorderen Gliedmaßen, und wenn man die Hand nicht zurück zieht, greift es schnell zu. Man will sich die Eroberung im letzten Moment ja nicht durch einen Kollegen abspenstig machen lassen.
Natürlich wissen die Kröten, dass meine Hand nur ein notdürftiger Ersatz ist, und nach einem kurzen Moment lassen sie auch wieder los. Sobald sie wieder nüchtern sind, ist ihnen die ganze Aktion wahrscheinlich peinlich. Aber während die Hormone hochkochen, ist so eine Erdkröte halt auch nur ein Mensch.

















