Wir schreiben den 24. März, über Nacht hat es wieder gefroren, auf dem Teich liegt eine dicke Eisschicht und der Boden ist immer noch pickelhart. Das geht jetzt seit Ende Oktober so. Dieser Winter war ungewöhnlich lang, schneereiche und vergleichsweise kalt.
Im Frühjahr zählt diese Witterung nicht zu den großen Freuden des Gärtners. Dabei nimmt sie uns eines der lästigsten Probleme ab. Speziell für die gefräßigen Wegschnecken sind Winter, in denen der Boden tief und lang gefroren ist, oft tödlich. Und der Effekt hält meist ein Jahr.
Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir können uns darauf einstellen. In einem Frühling wie diesem muss man nicht jede empfindliche Pflanze im Topf vorziehen, und man kann wagen, die eine oder andere Reihe Salat am Boden und nicht im Hochbeet anzusetzen.
Bevor man zu graben beginnt, sollte man sich überlegen, wo man den Aushub hinschaffen möchte, und danach sollte man weiter nachdenken, wo man den anderen Aushub hinschaffen möchte, denn es fällt jede Menge davon an. Es hilft, wenn man vorhandene Vertiefungen nützt und den Teich in einer natürlichen Senke anlegt. Vielleicht haben Sie auch schon daran gedacht, straßenseitig statt des Zauns einen begrünten Schutzwall zu errichten. Das wäre dann eine gute Gelegenheit, die beiden Projekte zu verbinden.
In unserem Fall war an der Stelle des Teichs früher ein Schwimmbad. Diese Vertiefung haben wir erweitert. Beim Graben trennt man Erde, feineren Schotter und Steine. Den gesiebten Schotter und runde Steine ohne scharfe Kanten kann man später für Bodengrund und Dekoration verwenden. Die humusreiche Erde hat im Teich nichts verloren. Sie würde das Wasser sehr schnell in eine faulige Brühe verwandeln.
Die ausgehobene Vertiefung sollte fünf Zentimeter tiefer sein als der geplante Teich. Zum Schutz der Teichfolie wird dieser Bereich mit Sand und einem Schutzvlies ausgelegt. Wir haben hier zusätzlich die alte Schwimmbadfolie entsorgt. All das verhindert später, dass spitze Steine oder Pflanzenwurzeln die Teichfolie beschädigen. Wo später Pflanzen wachsen sollen, kommt in den Teich Bodengrund. Für manche Pflanzen reichen ein paar Zentimeter, andere brauchen Halt. Schilf oder Rohkolben werden ab einer gewissen Höhe umkippen, wenn zu wenig Substrat vorhanden ist. Auch das muss beim Festlegen des Niveaus berücksichtigt werden.
Niederschlag fällt in unseren Breiten unregelmäßiger als man glaubt, und der Klimawandel wird das in Zukunft noch verstärken. Daraus resultiert ein über die Saison hinweg schwankender Wasserstand. Rechnen Sie mit zehn bis fünfzehn Zentimetern Unterschied und sorgen Sie dafür, dass ihr Teich am Rand einen entsprechenden Übergang bildet. Denken Sie am besten an einen großen Suppenteller und formen Sie eine entsprechende Abschrägung. Das sorgt dafür, dass die eingefangene Regenmenge nach innen geleitet wird und den Hauptbereich schneller füllt. Wenn Sie zusätzlich eine Dachrinne anzapfen können, füllt sich der Teich nach einer Trockenphase noch schneller.
Der Blick auf die ursprüngliche Natur ist uns heute in vielfacher Hinsicht verstellt. Ob dort, wo heute ein Maisfeld ist, früher ein Moor, eine Wiese oder ein Auwald war, lässt sich kaum feststellen. Und auch wenn es nicht die Intention eines Gartens sein kann, die ursprüngliche Landschaft genau nachzubilden, so hilft es doch, ungefähr zu wissen, was einmal war.
Manchmal geben Ortsnamen einen Hinweis. Ein Ort in unserer Nähe heißt auf slowenisch Suha, was trocken bedeutet. Der Ort daneben, ein paar Meter tiefer gelegen, heißt Moos – früher ein Synonym für Moor. In einer Gegend, wo die Orte solche Namen tragen, wird früher Wasser viel stärker das bestimmende Element gewesen sein. Die feuchten Wiesen und Teiche wurden zurückgedrängt, aber man kann davon ausgehen, dass Reste dieser Welt noch vorhanden sind, und mehr als anderswo könnte sich die Anlage eines Teiches lohnen.
Um zu verhindern, dass man beim Gärtnern die Natur gegen den Strich kehrt, lohnt sich jedenfalls ein Blick auf die alten Orts- und Landschaftsnamen.