Täuschen und Tarnen

Bei Phytomimese, also dem nachahmen von Pflanzenteilen durch Lebewesen, kommen einem sehr schnell die Stab- oder Gespenstschrecken und das Wandelnde Blatt in den Sinn. Dabei gibt es auch bei uns jede Menge Täuscher und Tarner.

Totes Blatt (Drepanepteryx phalaenoides)Das Tote Blatt (Drepanepteryx phalaenoides) beispielsweise ist ein Verwandter der Florfliegen und so wie diese ein fleißiger Vernichter von Blattläusen. Es gilt als eher selten, aber wer weiß das schon bei einem Insekt, das täuschend echt wie ein trockenes Blatt aussieht. Das Exemplar rechts habe ich letztes Jahr bei uns im Garten auch nur entdeckt, weil es an einer Stelle saß, wo beim besten Willen keine trockenen Blätter hängen bleiben.

Die meisten Insekten benützen Phytomimese, um sich gegen Fressfeinde zu schützen. Die Gespenstschrecken sind zum Beispiel alle Pflanzenfresser. Sie haben ihre Verteidigungsstrategie so weit verinnerlicht, dass sie sich auch bei Berührung kaum bewegen oder Abwehrreaktionen zeigen.

Anders die ähnlich aussehende Stabwanze oder Wassernadel, die ich letzte Woche bei uns im Gartenteich entdeckt habe. Mit ihrem langen Atemrohr hängt sie unter der Wasseroberfläche und lauert gut getarnt auf Beute. Selbst größere Tiere wie Rückenschwimmer oder Wasserkäfer müssen sich vor ihr in Acht nehmen.

Angeblich kann sie auch ausgezeichnet schwimmen und fliegen. Die meiste Zeit liegt sie allerdings auf der Lauer. Ein geduldiges Motiv für den Fotografen, wenn man sie erst einmal entdeckt hat.

Stabwanze

15 Kommentare zu „Täuschen und Tarnen

  1. Guten Morgen Richard.
    Bei der Stabwanze ist es aber schon ersichtlicher dass es sich um ein Tier handelt. Wobei man es bei dem Blatt überhaupt nicht sehen kann.
    Sieht man es denn an der Unterseite des Blattes?
    LG, Nati

    Gefällt 2 Personen

    1. Morgen Nati,
      die Stabwanze hat das Pech, dass im Moment noch kaum passende Umgebung im Teich vorhanden ist. Die Pflanzen erwachen erst, und die Schilfreste sind nicht der richtige Untergrund. Aber du hast Recht, ihre Augen und die seitlich abstehenden Beine sind auch leicht erkennbar.
      Das Tote Blatt schaut nur mit zusammengefalteten Flügeln in der Ruhestellung wie ein Blatt aus. Sobald es sich bewegt oder die Flügeln ausklappt, ist es sehr ähnlich einer Florfliege. Bei den tropischen Gespenstschrecken gibt es, habe ich gelesen, auch welche, die in der Bewegung wackeln wie Pflanzenteile im Wind. Das ist hier nicht der Fall.
      LG, Richard

      Gefällt 2 Personen

      1. Gut zu wissen, Dankeschön.
        Ich habe vor zig Jahren mal ein grünes Blatt gesehen und war mehr als erstaunt als es anfing zu laufen. Leider weiß ich den Namen nicht.

        Gefällt 2 Personen

    1. Wäre mir beim Vorbeigehen auch fast entgangen, aber irgendwie schauen diese Tiere dann doch ein bisschen anders aus als die Pflanzenteile, die sie imitieren wollen. Vor allem, wenn sie an der falschen Stelle hängen.

      Gefällt 2 Personen

    1. Danke. Für mich war die Wassernadel neu. Ich musste die erst googeln. Wenn man dann liest, dass die eigentlich weit verbreitet ist, denkt man, dass die Fotos vielleicht langweilig sind.
      Liebe Grüße, Richard

      Gefällt 3 Personen

      1. Langweilig sollte das trotzdem nie sein.
        Wie kann ich als Fotograf wissen, ob ein Motiv satt bekannt ist oder nicht?! Die graue Sandbiene etwa kann BEI MIR sehr selten vorkommen, bei anderen zuhauf.

        Gefällt 1 Person

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