Alt und neu

AdmiralWenn einem im Herbst ein Admiral im Garten begegnet, dann ist er einen Ticken größer als sonst. Er strotzt vor Kraft und die Flügel sind intakt, so wie auf dem Bild rechts. Das liegt daran, dass dieser Wanderfalter sich demnächst nach Süden aufmacht, um dort zu überwintern. Er ist quasi nagelneu.

Ganz anders das Waldbrettspiel auf dem Titelbild, beziehungsweise auf dem großen Bild unten. Die beiden Aufnahmen stammen vom 12. Oktober. Ich wollte sie eigentlich nicht verwenden, weil man den Falter kaum noch erkennt. Das hintere Flügelpaar hängt nur noch in Fetzen. Ich denke trotzdem, dass es ein Waldbrettspiel ist, obwohl das so laut Wikipedia nicht sein dürfte. Dort steht, dieser Falter fliegt in zwei Generationen von Mitte April bis Anfang Juni und von Juli bis Mitte September.

Und damit war mir dieses zerzauste Exemplar dann doch einen Beitrag wert. Wenn das diesjährige Wetter in Zukunft zur Regel wird, werden wir viele Wikipedia-Einträge umschreiben müssen.

Waldbrettspiel

9 Kommentare zu „Alt und neu

  1. Solche Faltererscheinungen zur bisher geltenden „Unzeit“ sind mir in diesem Jahr auch mehrfach begegnet.
    Faszinierend, wie die Lebenskraft der Natur den Umständen folgt, wie Wasser, das einfach irgendwohin rinnt, einfach weil es geht.
    Der eine oder andere Versuch wird nicht erfolgreich sein, aber diejenigen Exemplare und ihre Nachkommen, die durchhalten, sind die Gehilfen der längerfristig notwendigen Anpassungen an wiederkehrende Umstände.

    Die Insekten und Pflanzen sind nicht so dumm wie der Mensch, der erst noch diskutieren und bestimmen möchte, wer wo leben darf, und bisher nicht in Frage stellt, ob eine Einteilung in Neophyten und Archäophyten im Pflanzenreich auch noch nach 500 Jahren unter den sich viel schneller wandelnden klimatischen Umständen unverrückbar ist, als wäre es eine moralische Einteilung in Gut und Böse, über die der Mensch zu richten hätte.

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    1. Ist doch lieb, das mit dem Diskutieren. Ich lese alle paar Wochen in der Zeitung über die invasiven Arten, aber der Staudenknöterich wird davon nicht weniger. Der liest wahrscheinlich keine Zeitung. Und was ist, wenn jemand drauf kommt, dass der Staudenknöterich schon vor 1492 da war? Ist er dann einer von den Guten wie die Walnuss und die Kirsche. Vorgestern war bei uns ein Beitrag über den Goldschakal, der vom Balkan einwandert, und die Jäger haben ihn als invasiv bezeichnet, dabei war der früher meines Wissens überall, wo keine Wölfe waren. Wenn die Menschen sich über alles so sorgen würden wie über die armen Rehlein…

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