Schneckenwege

Wegschnecke

Wo eine Schnecke ist, ist bekanntlich auch ein Weg, vor allem, wenn es sich um eine Wegschnecke handelt.

In den letzten Wochen hat es in Südkärnten fast jeden Tag geregnet. Am Vormittag löste sich der Nebel, zu Mittag gab es feinstes Badewetter, am Nachmittag kamen die Gewitter, dann schien wieder die Sonne, und in der Nacht regnete es durch. Ein Sommer wie damals. Und bestes Schneckenwetter.

Wer jetzt noch Gemüse nachsäen möchte, muss es schützen. Ich habe dafür selbstgebaute Körbe aus Drahtgitter, die ich über die Setzlinge stülpe. Das sieht dann so aus:

Nacktschnecken sind offensichtlich die Barbapapas unter den Weichtieren. Ein lautloses „Ra-Ru-Rick Barbatrick“, dann Augen zu und durch. Die fettesten Wegschnecken haben keine Probleme, sich durch winzige Löcher zu zwängen.

Auf meine Drahtgitterkörbe scheinen sie bereits konditioniert zu sein. Eine andere Motiviation für diesen Verwandlungstrick war zumindest weit und breit nicht mehr zu sehen, denn um die Setzlinge hatte sich zuvor schon eine Kollegin gekümmert.

Kein Einzelfall

Südlicher Blaupfeil Männchen

Ich bin immer wieder überrascht, welcher Libellenreichtum in unserer Gegend herrscht. Jedes Jahr entdecke ich neue Arten am Teich. Letzte Woche war es ein Exemplar des Südlichen Blaupfeils auf einem Halm der Schwanenblume. Diese Art habe ich hier noch nie gesehen, und gerade als ich zur Kamera greife, um die ersten Fotos zu machen, findet sich ein zweites Exemplar dieser Spezies ein.

Ein Blaupfeil kommt anscheinend selten allein. Als hätten sie sich am Teich verabredet. Mittlerweile sind hier mehr als zehn verschiedene Libellenarten angesiedelt, und auch der Südliche Blaupfeil ist offensichtlich gekommen, um zu bleiben und sich zu vermehren.

Unerwartet

Eichhörnchen

Manchmal sitzt man im Garten, erlebt eine sensationelle Überraschung und fragt sich trotzdem, ob man wirklich zur Kamera greifen soll. Ein Eichhörnchen? Davon gibt es im Netz fast so viele wie Katzen. Aber für mich war es halt wirklich unerwartet. Ich habe seit über zehn Jahren kein Eichhörnchen mehr im Garten gesehen.

Früher waren sie regelmäßig zu Gast. Und dann sind sie ganz unauffällig verschwunden. Vielleicht fehlt ihnen die große Kirsche, die den halben Garten überdeckte und noch von der Vorgängergeneration gefällt wurde. Die Früchte waren groß, süß, voll Geschmack, und wenn ich jetzt behaupten würde, in jeder Kirsche war ein Wurm, wäre das gelogen, denn in manchen waren auch zwei. Die Krähen, Elstern und Amseln haben die Würmer sicher genauso wenig gestört wie die Eichhörnchen. All diese Tiere sind Allesfresser.

Mir kommt übrigens vor, dass die Eichhörnchen auch in den städtischen Parks nicht mehr so selbstverständlich sind wie früher. Als ich ein Kind war, saß aber auch auf jeder Bank in Schönbrunn eine Großmutter mit ihrem Enkelkind und einem Säckchen Nüsse für die Nager. Dieses Nahrungsangebot ist zwar immer noch, aber nicht mehr so häufig vorhanden.

Aus der Zeit gefallen

Erdkröte Männchen

Erdkröten besiedeln das ganze Jahr über bekanntlich eine Vielzahl an Lebensräumen – Wälder, Wiesen, Weiden und Gärten. Im März wandern sie dann zu den Laichgewässern, woraus die vielen flachen Exemplare resultieren, die auf den Straßen dem Verkehr zum Opfer fallen. Anschließend wandern sie wieder zurück in ihre Sommer- und Winterquartiere. Im Wasser sieht man sie den Rest des Jahres nicht mehr.

Ganz anders das Erdkrötenmännchen, das seit einiger Zeit in unserem Teich herumschwimmt. Es verbringt oft den ganzen Tag im Wasser. Bei der Hitze irgendwie verständlich. Nach der Dämmerung findet man es dann auch außerhalb auf der Suche nach Nahrung.

Die einfachste Erklärung wäre, dass jede Erdkröte ihr Revier hat, und dieses Männchen hat sich halt unseren Garten ausgesucht. Hie und da ist dann der Teich ganz praktisch, er kühlt und das Nahrungsangebot ist auch nicht schlecht.

Dann höre ich da aber auch diese zarten Paarungsrufe: Oink oink oink. Hab ich die noch vom Frühjahr im Ohr, oder ist da einer aus der Zeit gefallen? Es gibt zwei Möglichkeiten: Unser Exemplar ist entweder die Schlafmütze seiner Art und vier Monate zu spät, oder er übt schon mal für nächstes Jahr.

Zurück ins Wasser

Große Königslibelle Weibchen

Mit den Libellen hat die Evolution eine Konstruktion hervorgebracht, die perfekt an die Lebensräume Wasser und Luft angepasst ist. Die Larve bejagt unsere Tümpel, in denen ein Überangebot an Nahrung besteht. Anschließend klettert sie empor, häutet sich noch einmal und erobert als fertiges Insekt den Luftraum, um so andere Gewässer erreichen zu können.

Je nach Art ist die Strategie bei der Eiablage unterschiedlich. Das Plattbauchweibchen wirft die Eier einfach ins Wasser, die Große Heidelibelle tut das im Tandemflug gemeinsam mit dem Männchen und viele Arten wie die Blaugrüne Mosaikjungfer platzieren den Laich gar nicht im Gewässer sondern oberhalb. Erst die frisch geschlüpfte Larve lässt sich dann ins Wasser fallen.

Die Große Königslibelle hingegen macht sich die Mühe, ihre Eier unter Wasser in Pflanzenteile zu stechen. Dabei tastet sie mit dem Hinterleib gewissenhaft nach einer geeigneten Stelle. Notfalls taucht sie auch tief unter, bis nur noch der Brustabschnitt, Kopf und Flügel herausragen.

Die Männchen findet man an unserem Teich nur selten. Nach der Paarung, die meist abseits in einem Gebüsch stattfindet, bleibt der Ablaichvorgang den Weibchen überlassen. Auch ein Revierverhalten wie zum Beispiel beim Plattbauch, wo die Männchen tagelang „ihren“ Teich gegen Konkurrenten verteidigen, kann ich bei der Großen Königslibelle kaum beobachten. Während man die Weibchen relativ leicht fotografieren kann, kriegt man die Männchen eher selten aufs Bild.