Einer für alle

Bei Schwärmen denkt man zunächst an Fische oder Stare, aber die Kaulquappen der Erdkröten können das genauso beeindruckend und bilden im Teich dichte Knäuel, um sich dadurch vor Fressfeinden zu schützen. Bei den Erdkröten hat sich die Evolution aber noch einen zweiten Trick einfallen lassen: Sie haben in der oberen Hautschicht einen eingelagerten Botenstoff, der bei Verletzung frei gesetzt wird und bei den Artgenossen eine Fluchtreaktion auslöst. Wird also eine Kaulquappe zum Beispiel von einer Libellenlarve erbeutet und gefressen, warnt sie als letzte Aktion noch einmal ihre Kollegen.*)

Hilft aber nichts. Von über 100.000 Kaulquappen schließen maximal ein paar hundert die Metamorphose ab. Auf schwache Jahre folgen meist stärkere. Letztes Jahr waren Mitte Mai alle Kaulquappen schon weg, und die Libellenlarven blieben hungrig zurück. Deshalb stehen dieses Jahr die Chancen etwas besser, dass es doch ein paar an Land schaffen.


*) Silke Schweiger, Georg Gassner, Jürgen Rienesl, Günther Wöss: Wien: Amphibien & Reptilien in der Großstadt. Die spannende Vielfalt der urbanen Herpetologie, Wien 2021, S. 146

9 Kommentare zu „Einer für alle

    1. Ja, aber nicht bei den Erdkröten, soweit ich weiß. Die können auf Grund ihrer Fresswerkzeuge nur maximal tote Kaulquappen raspeln. Wenn sie gefressen werden, dann von artfremden Kaulquappen wie den Grasfröschen und von den Molchslarven.

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    1. Ja, an und für sich ist es logisch, dass das so selektiert wird, aber trotzdem ist diese r-Strategie für mich nur schwer nachvollziehbar. Der ganze Schwarm ist wie ein Organismus aus dem ein paar erwachsene Kröten hervorgehen.

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