Madame Voldemort und der Springfrosch

Im Frühjahr frage ich mich immer, ob die Freunde vom letzten Jahr den Winter gut überstanden haben. Gespannt sucht man nach dem ersten Igelkot, späht am Abend nach den Fledermäusen und stöbert in der warmen Nachmittagssonne nach den Blindschleichen und der Ringelnatter.

Und dann ist sie tatsächlich da, die heimliche Königin des Gartenteichs. Zuerst ist es nur ein Rascheln im Efeu. Aber kaum ist sie richtig aufgewärmt, wagt sie auch schon den ersten Ausflug ins kühle Nass.

Nicht alle haben sich über dieses Wiedersehen so gefreut wie ich, denn es hat keine Viertelstunde gedauert, da war plötzlich Bewegung vor der Kamera. Ein kurzer Ruck und die Ringelnatter hat zugeschlagen. So eine Winterpause macht halt hungrig.

Der Springfrosch hätte auf diese Begegnung gern verzichten können. Er hatte aber Glück im Unglück und kam mit dem Schrecken davon. Nach längerem Ringen erwies sich diese Beute nämlich als zu groß für unsere Freundin, sie musste ihn wieder loslassen, und der Frosch schwamm unversehrt zurück in die Tiefe. Würde mich nicht wundern, wenn dieses Abenteuer eine blitzförmige Narbe auf seiner Stirn zurück gelassen hat.

24 Kommentare zu „Madame Voldemort und der Springfrosch

    1. Danke. Wobei die Ringelnatter nur mit Einschränkungen als Gast zu sehen ist. Zumindest bis zum Sommer und solange sich Amphibien im Teich finden, wohnt die da. Wenn sie nicht gerade satt irgendwo verdaut, schwimmt sie herum, und man sieht sie eigentlich mindestens einmal pro Woche.

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      1. Eher nicht. Ich habe sie neulich unter einem Strauch verschwinden gesehen. Aber ob sie dort einen Unterschlupf hat, weiß ich nicht. Ich denke auch, sie sieht mich öfter als ich sie sehe. Außerhalb vom Wasser sieht sie bewegungslos einem dürren Ast sehr ähnlich. Gut getarnt halt.

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    1. Danke. Die Aufnahmen sind vom Karfreitag, und da hatte die Schlange noch einen Fasttag. Ich bin aber sicher, dass sie im Laufe des Wochenendes erfolgreich war. Am Montag war es auch warm, aber da war sie nicht zu sehen, lag sie anscheinend irgendwo und hat verdaut.

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    1. Danke. Darauf lief es hinaus. Die Schlange hat sich eindeutig übernommen. Wobei man sagen muss, der Frosch wollte auch partout in die andere Richtung. Der hat fast zehn Minuten lang mit Händen und Füßen argumentiert, bis die Schlange ein Einsehen hatte und losließ.

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  1. Da sind dir ein paar ganz hervorragende Aufnahmen gelungen, Richard! Glückwunsch! Wir hatten im Laufe der Jahre nur einmal eine Ringelnatter am/im Teich. Ich gucke und gucke…, aber bisher erfolglos.

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    1. Danke. Ich bin der Schlange für die Wochenendunterhaltung auch sehr dankbar.
      Ich denke, die Fotos lügen nicht, es hängt viel mit den zahlreichen Fröschen und Kröten zusammen, dass es der Ringelnatter bei uns so gut gefällt. Du hast Fische im Teich, das schließt Amphibien eher aus. Bei einer Freundin von mir hat es die Ringelnatter trotzdem geschafft. Die hat zuerst alle Bitterlinge gefressen, dann war der Teich ideal für Kröten. 😉 Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

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  2. Ich schließe mich an: was hast du für faszinierende Mitbewohner?! Wie genial ist das denn! Toll und super Fotos. Beim großen Frosch hatte ich mich zunächst gewundert, obwohl man im Fernsehen ja schon Schlangen gesehen hat, die große Tiere hinunterschlingen. Beruhigend zu sehen, daß doch nicht „alles“ geht 😉

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    1. Danke. Mir ist die Schlange ja irgendwie sympathisch. Das ist wahrscheinlich Identifikation mit dem Aggressor oder Stockholm-Syndrom. Aber die wird noch doppelt so groß. Da wird sie dann von den Dimensionen her auch zu den größeren Kröten und Fröschen passen. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

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  3. Obwohl sie nicht giftig ist, die Natter, würde ich mich zu Tode fürchten *lach*
    Das einzige Tier, vor dem ich mich echt fürchte, ist die Schlange.
    Tolle Aufnahmen! Preiswürdig!
    Lass dich nicht fressen, besonders nicht von dem winzigen Covid-19. Pass gut auf dich auf!
    Liebe Grüße
    Brigitte

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    1. Danke. Ich werde mich weder von Covid-19 noch von der Schlange erwischen lassen, versprochen. Wobei die Schlange sehr vernünftig wirkt. Mit der kann man reden. Beim Virus kennt sich keiner aus, trotz der vielen Experten.
      Liebe Grüße, Richard

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    1. Danke. Ja, die Natur ist manchmal ein bisschen krass, und der Frosch war sicher nicht zu beneiden. Aber im Grunde genommen hat er den Ringkampf gewonnen, und wenn alles glatt geht, kann er in ein paar Jahren seinen Enkelkaulquappen was erzählen.
      Bei den Ringelnattern können sich die Unterkieferhälften unabhängig voneinander bewegen. Die ziehen die Beute normalerweise Schritt für Schritt nach hinten wie der Transporter bei der Nähmaschine. Insofern hatte der Frosch also wirklich Glück, dass sie losgelassen hat.

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