Die Halbhöhle

Mein erster Nistkasten war für Kohlmeisen und wurde relativ schnell angenommen. Später habe ich eine kleinere Variante gebastelt, in der seit Jahren die Blaumeisen brüten. Lange Zeit waren Nistkästen für mich künstliche Höhlen mit einer kleinen Einflugöffnung. Irgendwie entspricht das am ehesten unserer Vorstellung einer schützenden Behausung.

Dabei bevorzugen viele Arten die offene Variante. Die Halbhöhle ist ein Nistkasten, auf den gern vergessen wird, dessen Anbringung sich aber lohnt, weil man damit ausgefallenere Gäste in den Garten locken kann. Meine Variante hat eine Grundfläche von zwölf mal zwölf Zentimetern. Das kann man aber von den Holzresten abhängig machen, die man zur Verfügung hat. Ich richte mich auch noch nach der Dachneigung unseres Schuppens, denn die Nistkästen montiere ich am liebsten witterungsgeschützt unter dem Vorsprung eines Gebäudedachs. In die Bodenplatte bohrt man noch zwei Ventilationslöcher, und wenn man die Teile mit Holzdübeln verleimt, sollte man nicht vergessen, eine Platte abnehmbar mit Schrauben zu befestigen, sonst hat man im Herbst beim Säubern Probleme. Wie jeder Nistkasten wird auch dieser vor dem Winter mit klarem Wasser ausgewaschen.

Anschließend braucht man vielleicht ein wenig Geduld. Bei uns hat es zwei Jahre gedauert, bis die Konstruktion angenommen wurde. Und dann sollte man sich nicht erwarten, dass man das Nest besser einsehen kann, nur weil die Halbhöhle vorne offen ist. Das überstehende Dach schützt nicht nur vor plündernden Krähen, sondern auch vor neugierigen Fotografen. Die Elternvögel konnte ich trotzdem zuordnen, es waren diese hier:

Gartenrotschwänze sind eher unauffällige Vögel, die ihre Jungen groß ziehen, ohne dass man viel mitbekommt. Man beobachtet sie aus der Distanz und freut sich, dass sie da sind. Diese Art ist in ihrem Bestand gefährdet und ein Indikator für intakte Umweltbedingungen. Vor allem unsere naturbelassene Wiese hatte es ihnen angetan. Von einem kleinen Ansitz aus haben sie sich hier immer wieder Spinnen und Insekten geholt und sind anscheinend gut satt geworden. Ich hoffe, dass sie auch den Zug über die Sahara erfolgreich überstehen und im nächsten Jahr wiederkommen. Die Halbhöhle ist jedenfalls frisch geputzt und wartet.

Gartenrotschwanz in Halbhöhle

17 Kommentare zu „Die Halbhöhle

      1. Bei uns kommt das Christkind, so ein blondes Engerl. Ich bin immer froh, wenn alles vorbei ist. Das ist die Zeit, wo ich immer hoffe, dass mir nichts kaputt geht, weil das Einkaufen so mühsam ist. 😉
        LG Richard

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  1. Ein toller Erfolg, Richard.
    Sie sind so selten geworden, die Gartenrotschwänze.
    Hausrotschwänze habe ich allerdings mehr als sonst gesehen in diesem Jahr.
    Ich drücke die Daumen, dass deine Gäste auch im nächsten Jahr wieder kommen.
    Herzliche Grüße, Brigitte

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    1. Danke. Ich habe mich auch sehr gefreut. Das waren sehr unauffällige Besucher. Ich habe lange nichts mitbekommen. Aber sie waren erfolgreich mit ihrer Brut, also hoffe ich sehr, dass sie wiederkommen.
      Liebe Grüße, Richard

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    1. Danke. Ich hoffe auch, dass die wiederkommen, aber so bestimmt ist das nicht. Die Steppen südlich der Sahara, wo sie überwintern, sind ja doch ziemlich weit. Andererseits: Die Natur wird schon wissen, warum sie das so eingerichtet hat. Also zurücklehnen und abwarten. 😉 Wir werden sehen.

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      1. Es ist manchmal erstaunlich, daß solche Stellen, einmal entdeckt, immer wieder angenommen werden und oft von den gleichen Brutpaaren. Klar, kann sein, daß sie es nicht schaffen, ansonsten bin ich optimistisch, wenn sie zurückkehren, daß sie bei dir wieder einziehen 🙂 Ich wünsche es dir jedenfalls und den schönen Gartenrotschwänzen auch!

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    1. Liebe Franziska,
      Das ist so das Feedback, das man sich idealerweise vorstellt, wenn man so einen Beitrag verfasst. Den Blog schreibe ich einerseits als Erinnerungshilfe für mich, andererseits, weil ich mir denke, dass andere vielleicht von meinen Beobachtungen profitieren. Die Halbhöhle kann ich jedenfalls empfehlen. Vielen Dank retour.
      Liebe Grüße, Richard

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    1. Ich denke, die Öffnung ist bei mir zirka 12 cm breit und 7 cm hoch. Baupläne gibt es viele im Netz. Der folgende würde in etwa meinem Nistkasten entsprechen:
      https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/01084.html
      So genau muss man das aber nicht anfertigen. Wenn man ein zirka 30 cm langes und 12 cm breites Brett einmal schief durchschneidet, hat man die beiden Seitenteile. Dann noch vom selben Brett ein Quadrat für den Boden, und den Rest dann per Naturmaß – also hinhalten, anzeichnen, durchschneiden.
      Viel Spaß beim Basteln.
      Liebe Grüße, Richard

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