Zweimal Apfelernte

Hornissen gelten zwar als räuberische Jäger, sind aber in Wirklichkeit Vegetarier. Nur die Larven füttern sie mit erbeuteten Insekten. Die erwachsenen Tiere ernähren sich hingegen bevorzugt von süßen Baum- und Pflanzensäften sowie Obst. Bei uns haben es ihnen vor allem die Äpfel angetan.

Zwischen den beiden folgenden Bildern liegt der Sommer, das erste ist von Anfang Mai, das zweite von Ende September.

Wir hatten letztes Jahr so viele Äpfel, dass ich mir einen Destillierapparat gekauft habe, um Schnaps zu brennen. Trotzdem sind noch Reste übrig geblieben, mit denen ich dann im Frühjahr die Amseln gefüttert habe. Auch eine Hornisse hat sich daran bedient.

Ein paar Tage später kam der Frost und dementsprechend mager war die diesjährige Ernte. Ich habe keinen einzigen Apfel abbekommen. Die Hornissen und die Vögel waren schneller. Wir Menschen sind quasi der Puffer: Ist der Ertrag schlecht, müssen wir als erstes verzichten, nur im Überfluss kommen wir zum Zug.

Mittlerweile sind alle Äpfel verschwunden und auch die Hornissen haben am Nistkasten den Flugbetrieb eingestellt. Ein bisschen warte ich noch, um sicher zu gehen, dass mir keine verspätete Königin entgegenkommt, dann werde ich das Nest entfernen und den Kasten säubern. Ich bin schon gespannt, was mich erwartet.

 

14 Kommentare zu „Zweimal Apfelernte

      1. Richtig. Aber da bin ich eigen. Von der Qualität her ist mein Schnaps besser. Ich habe schließlich stundenlang Obst geputzt, entkernt und gewaschen. Das macht beim Schnaps Brennen sonst keiner.

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  1. Ich hoffe auf eine Bilddokumentation des Hornissenkastens von innen!
    Wir hatten in diesem Jahr lediglich keine Süsskirschen und nicht ganz so viele Birnen, die Blüten haben auch Frost bekommen, aber an den Äpfeln und Zwetschgen war die Tierwelt, ganz wie du es beschreibst, schneller zugange, als wir die Reife selbst bemerkt haben.
    Von beidem hatten wir, obwohl so kleine und noch junge Bäume, genug um mit ihnen zu teilen, und sie haben es wegen der Dürre auch als Wasserspender mehr gebraucht als in anderen Jahren. Trotzdem haben wir in allen möglichen Zubereitungen geschwelgt.
    Selbstgebrannter Obstbrannt – toll! Bei den wenigen Gelegenheiten, wo ich soetwas verkosten konnte, war ich vom Aroma begeistert. Die österreichische Gesetzgebung scheint auch in dieser Hinsicht toleranter zu sein.

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    1. Ich hoffe auch, dass ich irgendwann den Mut finde, das Hornissennest von innen zu fotografieren. Im Moment sehe ich zwar keine ein- und ausfliegenden Insekten mehr, aber man weiß ja nie, ob nicht doch noch Nachzüglerinnen unterwegs sind.
      Zwetschken hatten wir diese Jahr gar keine, auch keine Kirschen beim Nachbarn. Brennen kannst du in Österreich, solange dein Kessel eine gewisse Größe nicht überschreitet. Ich habe einen zehn Liter Topf. Mit dem kann man beim besten Willen nicht genug Schnaps machen, um ihn kommerziell zu verwerten. Es dauert Stunden, bis ein Liter durch ist. Aber das Aroma ist toll, wie du sagst.

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  2. Bei uns gab es in diesem Jahr auch relativ viele Hornissen, vor denen ich mich nicht fürchte, aber auch jede Menge angriffslustige Wespen am Apfelbaum. Entsprechend waren extrem viele unserer Äpfel angeknabbert und vielen irgendwann schimmlig vom Baum.
    Aber zum Glück reicht die Ernte trotzdem für Apfelgelee, Kompott und eine Zeit lang einlagern. Hätten schon mal ein Jahr, in dem nur ein Körbchen für den Sofortverbrauch zu ernten war und auch schon Jahre, in denen wir eine Apfelschwemme hatten.
    Liebe Grüße von Hanne

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    1. Ja, so ist es jedes Jahr und überall anders. Bei uns hat dieses Jahr die Ernte nur für die Insekten und nicht einmal für einen Strudel gereicht. Aber wir können damit leben. Wenn es zuviele sind, ist die Arbeit ja auch nicht ohne. Diesen Herbst haben wir so einfach mehr Zeit.
      Liebe Grüße, Richard

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    1. Ich habe immer ein bisschen Zurückhaltung bei Ankündigungen, weil die Natur dann immer etwas anderes liefert, als ich mir vorher gedacht habe, aber in diesem Fall bin ich fast sicher, dass unser diesjähriges Hornissennest was Besonderes ist. Bis es richtig kalt ist, werden wir aber leider noch warten müssen.
      Liebe Grüße, Richard

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