Frühschwimmer

Irgendwie sind dieses Jahr auch die Erdkröten früher dran. Letztes Jahr hätten sie Mitte März auch noch nicht in den Teich gekonnt, der war zu diesem Zeitpunkt nämlich fest zugefroren. Dafür ging dann alles schnell, im April stiegen die Temperaturen kräftig und die Kröten hatten bei der Paarung ziemlichen Stress. Den Weibchen bekommt diese Belastung unmittelbar nach der Winterpause schlecht, die schwächeren überleben dann die Paarung nicht.

Erdkröte Paarung

Dieses Jahr wirk alles viel entspannter. Untertags merkt man die Massenansammlung im Teich kaum. Die Kröten sitzen die meiste Zeit unter Wasser, nur hie und da tauchen sie auf, um Luft zu holen, und nur wenn nachmittags die Sonne scheint, bleiben sie etwas länger an der Oberfläche treiben, um sich aufzuwärmen. Als Fotograf fällt es einem schwer, sich den Tieren zu nähern. Sie sind scheu und tauchen sofort ab.

Erdkröte

Ganz anders ist die Situation in der Nacht. Eine Taschenlampe lockt die Tiere eher an als sie abzuschrecken, und plötzlich sieht man auch, wie viele Männchen wirklich im Teich sind. Die schwimmen jetzt nämlich alle oben und warten auf eintreffende Weibchen. Und sie quaken. Es ist zwar deutlich leiser als bei Fröschen, aber doch hörbar. Die meisten Männchen quaken übrigens umsonst, denn sie sind den Weibchen gegenüber deutlich in der Unterzahl.

[Nachtrag vom 16.3.: Nachdem mittlerweile auch Gelege zu finden sind und zusätzlich zu den üblichen schwarzen Schnüren der Kröten auch wolkenförmiger Froschlaich zu sehen ist, würde ich meinen, dass die zwei Süßen auf dem letzten Bild dieses Beitrags keine Kröten sondern Springfrösche sind. Aber das wird eine andere Geschichte.]

Erdkröte Paarung

 

 

14 Kommentare zu „Frühschwimmer

      1. Wieso? Teleobjektive sind doch nun wirklich keine neue Errungenschaft.
        Also früher, als ich noch auf Film fotografiert habe, hat ein 100er, 135er oder 200er Tele für die Froschentfernung schon ausgereicht. Allerdings war Film teuer und wir mussten uns schon vorher überlegen, was wir wollen, wie wir belichten usw. Merkt man meinen Fotos teilweise noch an: Generation jeder Schuss ein Treffer. Heute wird ziemlich viel verschossen und hinterher wieder gelöscht.

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      2. Ich habe auch lange die Analogkamera behalten. Bilder auf Film finde ich immer noch in manchen Bereichen authentischer. Die neuen Teleobjektive haben aber mit Cropfaktor umgerechnet 2000mm und mehr, und das ist ein großer Unterschied. Und wenn man von 100 Fotos 99 wieder löscht, ist die Umweltbelastung gering. Damit kann ich ganz andere Motive angehen wie Vögel im Flug zum Beispiel. Und ich kann ein schnelles Foto machen, um dann in Ruhe zu bestimmen, was ich gesehen habe. Das gibt eine ganz andere Dimension der Wahrnehmung. Mag sein, dass es viel von dieser Technik früher auch schon gegeben hat, aber ich konnte es mir nicht leisten. Als ich zu fotografieren anfing, kostete ein Teleobjektiv, wie es heute auf vielen Amateurkameras ist, so viel wie ein Neuwagen.

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      3. Ja, das mache ich auch so. Die Vögel aus Sri Lanka muss ich alle nachbestimmen, weil unser guide teilweise analog von Englisch nach Deutsch übersetzt hat.
        Ein gebrauchtes Tele für meine Nikon D80 hätte immerhin auch so viel wie ein Gebrauchtwagen gekostet. Mit der Panasonic bin ich zufrieden. Klein und leicht ist sie auch. Und ich bin ganz froh, dass das Gepansche mit den Fotochemikalien ein Ende hat. Sag ich mal als Ex-Fotolaborantin. Auf dem Amateurmarkt hat das Zeug absolut nichts zu suchen.

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  1. Tolle Aufnahmen!
    Da werde ich mich doch auch gleich mal aufmachen und gucken gehen, was hier so los ist.
    Hab noch gar nichts gelesen, denn üblicherweise gehen dann die NABU Helfer los um die Kröten von den Straßen zu holen.
    Danke für den feinen Beitrag und hab einen schönen Tag. Hier regnet es, aber ich bin froh darüber, denn die Natur hat noch hohen Nachholbedarf.
    Liebe Grüße, Brigitte

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    1. Danke. Man muss das so sehen: Der Regen ist gut für die Kröten. Dann machen Sie sich auf den Weg.
      Bei uns waren auch noch nicht viele auf den Straßen unterwegs. Die große Krötenwanderung beginnt erst. Ich glaube, unsere Kröten im Garten haben es einfach nicht weit. Die sind auch das Jahr über in der Nähe.
      Liebe Grüße, Richard

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      1. Bei uns ist die letzte Märzwoche seit Jahren fix. Da marschieren sie alle über die Straßen. Aber offensichtlich gibt es Ausreißer. Dieses Jahr sind welche schon früher da. Letztes Jahr habe ich Mitte April noch Neuankommende gesehen, wo normalerweise schon alle weg sind. Bei uns ist allerdings auch eine Krötengegend, kommt mir vor. Es gibt sie noch in Massen.

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