Sonntag ist Badetag

Erdkröte Paarung

Wenn man am Abend mit der Taschenlampe durch den Garten geht, sieht man zurzeit die Erdkrötenmännchen hochaufgerichtet im Gras und auf den Wegen sitzen. Abseits vom Teich haben sie wahrscheinlich bessere Chancen ein wanderndes Weibchen abzupassen.

Vier Pärchen habe ich im Wasser bereits entdeckt. Die Weibchen wirken kräftig und gut genährt. Der kurze Winter hat sie nicht zu sehr strapaziert. Und wenn die Sonne am Sonntag Nachmittag die Wasseroberfläche bescheint, wagt die eine oder andere Krötendame ein paar kräftige Stöße und schiebt sich mit ihrer Last nach oben, um Luft zu schnappen und Wärme zu tanken.

Auch einzelne Männchen können nicht widerstehen und wagen den einen oder anderen Blick über die Wasseroberfläche, wobei drei Augen natürlich mehr sehen als zwei.

Krötenweibchen büßen durch ein fehlendes Auge offensichtlich wenig an Attraktivität ein. Dabei kommt ihnen zugute, dass die Männchen deutlich in der Überzahl sind und deshalb nicht zu anspruchsvoll sein dürfen. Andererseits verläuft die Paarung eine ganze Woche lang ohne Stellungswechsel – es ist also gut möglich, dass der Galan den kleinen Schönheitsfehler seiner Auserwählten noch gar nicht bemerkt hat.

Frühschwimmer

Erdkröte

Irgendwie sind dieses Jahr auch die Erdkröten früher dran. Letztes Jahr hätten sie Mitte März auch noch nicht in den Teich gekonnt, der war zu diesem Zeitpunkt nämlich fest zugefroren. Dafür ging dann alles schnell, im April stiegen die Temperaturen kräftig und die Kröten hatten bei der Paarung ziemlichen Stress. Den Weibchen bekommt diese Belastung unmittelbar nach der Winterpause schlecht, die schwächeren überleben dann die Paarung nicht.

Erdkröte Paarung

Dieses Jahr wirkt alles viel entspannter. Untertags merkt man die Massenansammlung im Teich kaum. Die Kröten sitzen die meiste Zeit unter Wasser, nur hie und da tauchen sie auf, um Luft zu holen, und nur wenn nachmittags die Sonne scheint, bleiben sie etwas länger an der Oberfläche treiben, um sich aufzuwärmen. Als Fotograf fällt es einem schwer, sich den Tieren zu nähern. Sie sind scheu und tauchen sofort ab.

Erdkröte

Ganz anders ist die Situation in der Nacht. Eine Taschenlampe lockt die Tiere eher an als sie abzuschrecken, und plötzlich sieht man auch, wie viele Männchen wirklich im Teich sind. Die schwimmen jetzt nämlich alle oben und warten auf eintreffende Weibchen. Und sie quaken. Es ist zwar deutlich leiser als bei Fröschen, aber doch hörbar. Die meisten Männchen quaken übrigens umsonst, denn sie sind den Weibchen gegenüber deutlich in der Unterzahl.

[Nachtrag vom 16.3.: Nachdem mittlerweile auch Gelege zu finden sind und zusätzlich zu den üblichen schwarzen Schnüren der Kröten auch wolkenförmiger Froschlaich zu sehen ist, würde ich meinen, dass die zwei Süßen auf dem letzten Bild dieses Beitrags keine Kröten sondern Springfrösche sind. Aber das wird eine andere Geschichte.]

Erdkröte Paarung