Wenn sich im Herbst der Frühnebel nicht auflöst und die Luftfeuchtigkeit hartnäckig bei hundert Prozent stehen bleibt, lohnt sich ein Waldspaziergang mit gesenktem Blick. Naturbelassene Laub- und Mischwälder wie hier an den Donauhängen knapp oberhalb der Wachau sind das bevorzugte Habitat des Feuersalamanders.

Mit etwas Glück sieht man dann eines der gelbgefleckten Exemplare durchs Herbstlaub streunen. Die normalerweise eher nachtaktiven Tiere suchen auch in den Morgen- und Abendstunden fleißig nach Nahrung, um sich noch schnell einen Vorrat für den Winter anzufressen. Bei Nebelwetter besteht keine Gefahr, dass ihre Haut austrocknet.
Im Mittelalter hielt man den Salamander für feuerbeständig und warf ihn sogar zur Brandbekämpfung in die Flammen. Das erklärt zumindest, warum damals so viel abgebrannt ist. Nicht ganz klar ist, wie es bei einem so feuchtigkeitsabhängigen Tier wie dem Feuersalamander zu dieser Vorstellung kommen konnte. Möglicherweise kamen in gesammeltem Totholz versteckte Exemplare beim Entzünden eines Feuers aus den Scheiten gekrochen, was in Kombination mit ihrer auffälligen Färbung zu dem Mythos führte.

Ernst nehmen sollte man hingegen die auffällige Färbung des Salamanders. In seinen Hautdrüsen erzeugt er giftige Alkaloide, die er auch in dünnem Strahl verspritzen kann. So schützt er sich gegen Beutegreifer. Die gelben Farbflecken erfüllen in diesem Zusammenhang die übliche Warnfunktion und die unangenehmen Folgeerscheinungen, die ein Kontakt mit den Tieren hinterlässt, führen dazu, dass ausgewachsene Feuersalamander kaum nennenswerte Fressfeinde haben.
Gefahr droht dem niedlichen Waldbewohner hingegen von eingeschleppten Pilzerkrankungen. In den Niederlanden hat Batrachochytrium salamandrivorans die Population fast vollständig ausgelöscht, und auch in Deutschland konnten schon Infektionen diagnostiziert werden.

























