Im Frühjahr frage ich mich immer, ob die Freunde vom letzten Jahr den Winter gut überstanden haben. Gespannt sucht man nach dem ersten Igelkot, späht am Abend nach den Fledermäusen und stöbert in der warmen Nachmittagssonne nach den Blindschleichen und der Ringelnatter.
Und dann ist sie tatsächlich da, die heimliche Königin des Gartenteichs. Zuerst ist es nur ein Rascheln im Efeu. Aber kaum ist sie richtig aufgewärmt, wagt sie auch schon den ersten Ausflug ins kühle Nass.
Nicht alle haben sich über dieses Wiedersehen so gefreut wie ich, denn es hat keine Viertelstunde gedauert, da war plötzlich Bewegung vor der Kamera. Ein kurzer Ruck und die Ringelnatter hat zugeschlagen. So eine Winterpause macht halt hungrig.
Der Springfrosch hätte auf diese Begegnung gern verzichten können. Er hatte aber Glück im Unglück und kam mit dem Schrecken davon. Nach längerem Ringen erwies sich diese Beute nämlich als zu groß für unsere Freundin, sie musste ihn wieder loslassen, und der Frosch schwamm unversehrt zurück in die Tiefe. Würde mich nicht wundern, wenn dieses Abenteuer eine blitzförmige Narbe auf seiner Stirn zurück gelassen hat.


