Neulich habe ich einer Leserin dieses Blogs gegenüber gemeint, dass ich den urbanen Lebensraum und sein vielfältiges Freizeitangebot sehr schätze. Worauf sie gesagt hat: „Wieso? Ich dachte, du sitzt in deiner Freizeit immer nur am Teich und beobachtest die Tiere.“
Das hat mich auf den ersten Blick ein bisschen geschockt, auf den zweiten aber auch gefreut, weil es zeigt, dass sogar ein Blog wie dieser in der Lage ist, ein literarisches Ich hervorzubringen, das wenig mit der Realität zu tun hat. Ich bin reine Fiktion!
Vor ein paar Tagen sitze ich also wie gewohnt am Teich und beobachte das muntere Treiben, da fällt mir eine Libelle auf, die sich komisch bewegt. Es ist eindeutig ein Weibchen, das ablaicht, aber es scheint so, als könnte sie sich nicht entscheiden, wie sie vorgehen soll. Zuerst fliegt sie knapp über dem Wasser auf und ab und macht Wurfbewegungen wie ein Plattbauch, dann setzt sie sich in der Mitte des Teichs auf ein Seerosenblatt und sticht mit dem Hinterleib unter die Wasseroberfläche wie eine Große Königslibelle, und zum Schluss tut sie das Gleiche in einem Moospolster am Teichrand, wie es für die Blaugrüne Mosaikjungfer typisch ist.

Ich bilde mir ein, die Braune Mosaikjungfer schon letztes Jahr am Teich beobachtet zu haben, aber diesmal legte sie an der Dachrinne des Schuppens eine Pause ein, und so konnte ich sie fotografieren und eindeutig bestimmen. Da hat sich die viele Zeit, die ich mit Naturbeobachtung verbringe, wieder einmal gelohnt.
Es heißt, dass diese Art ihre Eier sehr spät legt und die Larven erst im nächsten Jahr schlüpfen, was wohl nicht immer stimmt, denn das gezeigte Exemplar habe ich am 13. August fotografiert, und das ist für Großlibellen ein normaler Zeitpunkt. Verallgemeinernde Aussagen sind in der Naturbeschreibung eher mit Vorsicht zu genießen, weil die Natur bekanntlich flexibel ist. Es gibt noch viel zu beobachten.




































