Saisonbeginn

Wenn der April die ersten sommerlichen Temperaturen bringt, dann ertappe ich mich dabei, dass mein Blick übers Wasser des Teichs huscht. Ich suche nach einer schlängelnden Bewegung oder einem hellen Punkt, der über die Oberfläche gleitet und kein Wasserläufer ist.

Ringelnatter

Normalerweise muss die Ringelnatter mit ihrer Wärme haushalten. Sie geht nur kurz ins kühle Wasser und versucht schnell Beute zu machen. Am Sonntag hatte ich beim Fotografieren aber leichtes Spiel. Die Temperaturen stiegen Richtung 30 Grad und immer, wenn ich für fünf Minuten aufs Wasser blickte, wurde ich fündig. Ich denke, es waren zwei verschiedene Exemplare, die von früh bis spät munter durch den Teich huschten.

Ringelnatter

Ich verbrachte aber auch viel Zeit damit, mich im Schatten von der Gartenarbeit auszuruhen. Mir kommt vor, die Jahreszeiten reduzieren sich immer mehr auf zwei: In der einen Hälfte des Jahres warte ich darauf, dass es wieder wärmer wird, nur um unmittelbar anschließend darauf zu warten, dass es wieder kühler wird.

Für die Ringelnatter, heißt es, hat der Klimawandel auch Vorteile. Die Winterruhe wird kürzer und wenn der Frühling gleich Sommertemperaturen bringt, kann sie den ersten Hunger stillen. Das führt auch in unserem Gartenteich dazu, dass es sich von Jahr zu Jahr ein wenig mehr schlängelt.

10 Kommentare zu „Saisonbeginn

  1. Wie schön! Und noch dazu im eigenen Garten, das ist schon ganz besonders.
    Deine Beschreibung vom Jahreszeitengefühl trifft es ganz gut. Die Wärme kam dermassen überfallartig, dass es sehr irritierend wirkt. Allerdings merken wir hier sehr positiv die Kombination von der Feuchtigkeit seit dem Herbst in Kombination mit dem einigermassen milden Winter, denn die Insektenwelt und das Bodenleben wirken sehr erholt, was ja vor allem den Vögeln jetzt sehr zupass kommt, die so früh zu brüten begonnen haben, dass es schon überall aus den Sträuchern schreit und bettelt.

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    1. Bei uns war der Winter auch milder, allerdings trotzdem immer noch Winter. Die Kirschen beginnen erst zu blühen, und wir hatten glücklicherweise bislang keinen Spätfrost. Blüten mit Eis überzogen wie bei dir gab es nicht.
      Die Singvögel sind auch bei uns im Moment völlig aus dem Häuschen. Die bauen, was geht. Jeder mögliche Platz ist besetzt. Der Niederschlag scheint auch hier der Insektenwelt gut getan zu haben. Es gibt Futter.

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  2. Bei mir gibt es auch nur zwei Jahreszeiten: & Monate leide ich unter Kälte, Nässe und Dunkelheit, der Rest ist ok, wobei 2023 komplett verregnet war.
    vor einigen Jahren habe ich an der Panzerwaschanlage schöne Fotos von Ringelnattern gemacht, Da müsste ich auch mal wieder hin.

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    1. Ich war immer ein Sommermensch. Den Winter habe ich verschlafen, der Rest des Jahres war super. In den letzten Jahren suche ich aber im Sommer immer mehr nach Schatten, und Städte sind in dieser Zeit eher tabu.
      Wusste nicht, dass man Panzer wäscht. 😉 Ich dachte immer, die sind für den einmaligen Gebrauch.

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      1. Herrlich diese Truppenübungsplätze: Wenn man sie nicht mehr braucht, werden sie Naturschutzgebiet. Bei uns gibt es auch solche. Die Panzerwaschanlage gefällt mir. Schon witzig, dass die Natur mit solchen Überbleibseln etwas anfangen kann.

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  3. Toll – bei uns sind immerhin die Frösche angekommen.

    Wetter hier: laaaaaange Regenzeit (seit November) – aber ich fürchte, wenn die vorbei ist, gibt es wie in den letzten Jahren auch wieder laaaaaaange Trockenzeiten. Ich persönlich mag ja lieber die, zumal es hier nicht SO heiß wird, aber die Nässe ist halt auch mal nötig. Wäre halt fein, wenn’s wie früher wieder gut gemixt würde, aber ich fürchte, die Zeiten sind endgültig vorbei 😦

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    1. Die Braunfrösche sind bei uns schon wieder weg. Dieses Jahr waren fast nur Springfrösche, Grasfrösche habe ich keine gehört. Wasserfrösche sind noch keine.
      Die Zeiten mit „vernünftigen“ Jahreszeiten sind leider definitiv vorbei. Was jetzt kommt, weiß man noch nicht, das scheint ziemlich variabel.

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      1. Hören – hast Du irgendwo eine gute Froschstimmen-Bestimmungshilfe gefunden? Bei uns ist optisch Alles als „Teichfrosch“ eingeordnet worden (Obsidentify, gegenchecken im Netz), hören tun wir nur selten mal ein „Geknarre“, aber ich finde keinen guten Froschstimmenvergleich. (Eulen hab ich endlich gefunden, falls es Dich interessiert: wenn Du von dieser Seite aus https://www.eulen.de/unsere-eulen die einzelne Eule anklickst, gibt es jeweils einen Reiter „Tonaufnahme“ – und da sind sie….)

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      2. Ich habe das Buch Heimische Amphibien von Dieter Glandt. Da war eine CD dabei. Übersichtlich ist:
        https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/die-amphibien/amphibienrufe#gsc.tab=0
        Ein Zuordnungsspiel zum Üben gibt es auf:
        https://learningapps.org/watch?v=pwek42ra5
        Persönlich gehört habe ich bislang Erdkröte, Springfrosch, Grasfrosch, Teichfrosch, Kleiner Wasserfrosch, Seefrosch, Gelbbauchunke, Laubfrosch. Die meisten lassen sich gut unterscheiden, aber zwischen Teichfrosch und Kleiner Wasserfrosch hört man den Unterschied meiner Meinung nach nicht wirklich.

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