Das Paarungsrad

Manche Libellen realistisch zu fotografieren, ist relativ schwierig. Vor allem die großen Arten sitzen kaum und schwirren fast ständig hin und her. Sie jagen im Flug und die Männchen verteidigen ihr Revier. Eine Königslibelle oder eine Mosaikjungfer im Flug zu fotografieren, ist aber etwas, was meine Fähigkeiten überschreitet. Neulich bin ich daran wieder gescheitert. Erfolglos habe ich versucht, der weiblichen Königslibelle mit dem Objektiv zu folgen, und habe dabei nicht einmal erkannt, dass es sich in Wirklichkeit um ein Männchen der blaugrünen Mosaikjungfer handelt.

PlötBlaugrüne Mosaikjungfer Paarungsradzlich war das charakteristische „Zing“ zu hören, wenn Libellenflügel gegeneinander schlagen, das Männchen hatte ein vorbeihuschendes Weibchen eingefangen und beide glitten im Paarungsrad durch die Luft. Keine Ahnung, warum das „Paarungsrad“ heißt, mit einem Rad hat die Form wenig zu tun, es ist mehr ein Dreieck. Das Männchen fliegt oben, das Weibchen abgeknickt darunter.

Gesehen habe ich das bei den Plattbäuchen schon oft, genau beobachten konnte ich es nie. Die Plattbauchpaarung dauert nur zwei, drei Minuten und spielt sich ausschließlich in der Luft ab. Die Mosaikjungfern haben mir hingegen eine Freude gemacht und sich im Zwetschkenbaum niedergelassen. Wenn man zu nahe ran geht, fliegen sie im Paarungsrad davon. In der Kolkwitzie konnte ich sie dann besser fotografieren.

Blaugrüne Mosaikjungfer Paarungsrad

Blaugrüne Mosaikjungfer AblaichenDas Ablaichen selbst erledig das Weibchen allein. Hier stimmt also die Bezeichnung „Jungfer“. Wer nur den Ablaichvorgang beobachtet, sieht ein einzelnes Weibchen, das die Eier sorgfältig mit dem Hinterleib in Moospolstern verteilt. Der Vorgang dauert bis in die Abendstunden, die Eier werden gründlich verteilt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Libellenarten laicht die blaugrüne Mosaikjungfer nicht direkt ins Wasser, die geschlüpften Larven müssen sich erst selbst den Weg dorthin suchen.

Die blaue Invasion

Hufeisen-Azurjungfer Paarung

Die schlanken, blauen Libellen gehören im Sommer zu jedem Gewässer. Manchmal fliegen sie einzeln übers Wasser, manchmal im Tandem, die leuchtend blaue Libelle vorne, eine dezentere, grünliche hinten. Jeder glaubt, diese Allerweltslibellen zu kennen, aber wenn man versucht, sie zu bestimmen, stellt man bald fest, dass das ein Irrtum ist. Die Kombination Buberl blau, Mäderl grün ist bei den Libellen eine der häufigsten Farbvarianten. Es gibt gut zehn verschiedene Arten, die hier in Frage kommen und die sich manchmal nur durch kleine Merkmale in der Zeichnung unterscheiden.

Meist sind die Männchen zahlreicher. Sie tragen die blaue Signalfarbe und warten auf die Weibchen. Diese sind mit ihrer Tarnfarbe besser gegen Fressfeinde geschützt. An unserem Teich sind die zierlichen Libellen im blau-grünen Tandem fast ausschließlich Hufeisen-Azurjungfern. Warum sie Jungfern heißen, weiß ich nicht. Das Ablaichen erfolgt im Tandem. Das Weibchen taucht den Hinterleib ins Wasser, während das Männchen leicht aufgerichtet und startklar wartet, um bei Gefahr die Flucht einzuleiten. Schließlich gibt es größere Libellen, die sich im Sommer am Wasser umtreiben.

Die einzeln wartenden Männchen haben eine Vorliebe für Blüten. Sie sind Ansitzjäger und lauern dort, wo sich Insekten einfinden. Ihr Jagdrevier beschränkt sich nicht auf den Teich. Man findet sie bei der Gartenarbeit überall, in der Hecke und beim Gemüse. Den ganzen Sommer über schwirren die leuchtend blauen Nadeln durch die Luft, solange nur ein Gewässer in der Nähe ist. Anfangs traten sie nur vereinzelt auf, aber seit wir den Teich haben, werden sie von Jahr zu Jahr mehr.