Ein hübsches Paar

Weibliche Blauflügel-Prachtlibelle

Das bevorzugte Laichgewässer von Blauflügel-Prachtlibellen sind Bachläufe. Sie bevorzugen kaltes, fließendes Wasser für ihre Larven. Zumindest steht das in der wissenschaftlichen Literatur. Tatsächlich beobachte ich die Tiere seit Jahren auch an unserem Gartenteich. Ihre schillernde Färbung und der schmetterlingshafte Flug machen sie unverkennbar.

Gestern fand ich sogar ein Pärchen nebeneinander auf den Brombeerblättern sitzen. Das Männchen in Blau zeigte noble Zurückhaltung und stürzte sich nicht, wie bei anderen Libellen üblich, sofort auf das braun-gold glänzende Weibchen.

Vielleicht suchen sie für die Fortpflanzung wirklich einen nahen Bach auf, aber eilig hatten sie es nicht, und so gelangen mir ein paar Porträtfotos aus der Nähe. Wenn man den flatternden Flug der Prachtlibellen sieht, würde man nicht glauben, dass man es hier mit Räubern zu tun hat, aber ein Blick von vorne zeigt die typischen Fresswerkzeuge der Libellen.

Bad hair day

Buchfink Jungvogel

Ohne die Elterntiere hätte ich diesen Jungvogel nur schwer bestimmen können. Er war wahrscheinlich gerade erst dem Nest entflogen und wirkte noch so durcheinander wie seine Frisur.

Der Buchfink ist bei uns im südlichen Mitteleuropa fast ausschließlich Wintergast. Sobald das Wetter im Norden umschlägt, fällt er in Gruppen ein. Aber es gibt auch eine kleine Standpopulation, die hier brütet.

Für diesen Jungvogel ging es bei einem seiner ersten Ausflüge an den Teich. Bei der Hitze ist Flüssigkeitsaufnahme das wichtigste. Dann wurde für den Fotografen posiert, und anschließend flog er zurück in die Bäume. Dazwischen wurde fleißig gefüttert, aber das ging so schnell, dass ich mit dem Abdrücken nicht nachkam. Mit so einer Sturmfrisur hat man es in allen Belangen eilig.

Damenbesuch

Erdkröte

Seit über zwei Monaten sitzt der Kleine Wasserfrosch jetzt in unserem Teich und trainiert seine Stimme. Anfangs stieß er nur verhalten mehrere gleichklingende Töne aus. Mittlerweile beherrscht er unterschiedliche Tonhöhen und Lautstärken. Es klingt fast schon wie Gesang, nur schaurig halt.

Vergangene Woche hat er an einem sonnigen Nachmittag noch einen Gang zugelegt. Plötzlich wurde es laut, der Wasserfrosch spielte sein ganzes Repertoire aus und versuchte, mit seiner Sangeskunst zu verführen. Ein Erdkrötenweibchen schwamm durch den Teich, und er bemühte sich, ihre Aufmerksamkeit zu erregen.

Dabei zeigte sich sein vornehmer Charakter. Ein Erdkrötenmännchen wäre sofort auf das Weibchen zugeschwommen und hätte versucht, sie zu packen. Nicht so der künstlerisch veranlagte Wasserfrosch. Er blieb zunächst auf Distanz und setzte auf die unwiderstehliche Wirkung seines Gesangs. Erst, als sie nicht reagierte, schwamm er zögerlich näher. Vermutlich hielt er die Dame für schwerhörig und wollte ihr aus nächster Nähe ins Ohr singen.

Erdkröte und Wasserfrosch

Man muss aber nicht nur taub, sondern auch rot-grün-blind sein, um den Artunterschied nicht zu bemerken. Das Erdkrötenweibchen war nur an einer kurzen Abkühlung interessiert. Sie stieß den balzenden Frosch brüsk weg und tauchte ab.

Biene auf Salbei

Holzbiene

Die Vielfalt der Fauna im Garten verdankt sich auch der Flora. Die Auswahl der Pflanzen besorgt dabei Mrs. Colombo gewissenhaft selbst. Sie liest sich aufmerksam durch alle Beschreibungen, orientiert sich an den Abbildungen – und ignoriert alle Zahlen, besonders die zur Wuchshöhe. Dass Muskatellersalbei auf Fotos eher zierlich aussieht, ist eine Täuschung. Die Blätter sind Handteller groß, und die Pflanze ist über einen Meter hoch. Da passt jetzt vielleicht die Kombination im Beet nicht mehr so, wie gedacht, aber die Fauna bereichert es trotzdem, denn manche Bienen sind ja auch größer als andere.

Seit Wochen blüht der Muskatellersalbei, und die Holzbienen haben ihre Freude daran. Bis zu drei Exemplare habe ich schon gleichzeitig beobachtet. Dem intensiven Duft, der der Pflanze auch ihren Namen gibt, können sie anscheinend nicht widerstehen. Der Fotograf wird da völlig ignoriert.

Beim Zusehen hat man irgendwie das Gefühl, dass sich hier zwei gefunden haben, und tatsächlich passt die Symbiose. Es gibt nicht viele Insekten, die den Muskatellersalbei bestäuben können, aber die Holzbiene ist durch ihre Größe dafür bestens geeignet.

Bis zur Unkenntlichkeit

Distelfalter

Manchmal sieht man einen Schmetterling im Garten, der so zerrupft und ausgebleicht ist, dass man die Art kaum noch erkennen kann. Bei diesem Distelfalter fehlt die Zeichnung fast gänzlich.

Welches Ereignis dieses Exemplar so gezeichnet hat, kann man nur raten. Als Wanderfalter hat er viele Möglichkeiten. Vielleicht ist er in ein Gewitter geraten. Hier zum Vergleich noch ein Distelfalter vom letzten Jahr mit vollständiger Zeichnung von der Unter- und Oberseite. Das letzte Bild zeigt einen leicht ramponierten Distelfalter aus dem Jahr 2018, gleichsam eine Zwischenstufe der beiden anderen.