Schwarzspecht im Prater

Der Wiener Prater ist nicht nur ein sehr großer Park mitten im Stadtgebiet, sondern auch ein naturbelassener Auwaldrest, wo Altarme der begradigten Donau noch als stehende Gewässer verblieben sind. In diesem Landschaftsschutzgebiet dürfen die Biber ungestört Bäume fällen, und das Totholz bleibt dann auch flächendeckend liegen.

Es gibt hier fast ausschließlich Laubwald, was in der Winterzeit etwas kahl wirkt. Dafür sieht man ohne Blattwerk weiter und hat Chancen, einen der zahlreichen Spechte zu erblicken, die in den zerfallenden Baumresten nach Nahrung suchen.

Der Schwarzspecht ist eine beeindruckende Erscheinung. Von der Größe her hätte ich ihn fast für eine Krähe gehalten, aber die typischen Bewegungen verraten dann doch den Specht. Der Vogel werkt die meiste Zeit am Boden herum, um zwischen splitterndem Holz nach Insekten zu suchen. Nur manchmal begibt er sich in die Baumkronen, und so bin ich dann bei leichtem Regen und schlechtem Licht doch noch zu halbwegs vernünftigen Fotos gekommen.

15 Kommentare zu „Schwarzspecht im Prater

  1. Schöne Aufnahmen! Bei mir fliegt seit drei Jahren manchmal ein einzelner oder ein Pärchen durch die umgebende, eigentlich gar nicht so üppig baumbestandene Feldmark, die ich auch aus der Entfernung zunächst für Krähen hielt, aber sie rufen so viel und so unverwechselbar, dass es bald klar war. Ob die durch Störungen in ihren Habitaten auf freiere Flächen ausweichen? In früheren Jahren gab es das nicht.

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    1. Mir sind sie bislang noch nicht untergekommen. Im Prater und entlang der Donau gibt es sehr viele Grünspechte, und natürlich eigentlich bei jedem Spaziergang Buntspechte. Schwarzspechte sind nicht so häufig, und, ja, ich glaube auch, dass die flexibel sind und sich anpassen, sei es, weil sie im Wald nicht mehr genug Platz haben oder weil sie anderswo leichter Nahrung finden.

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      1. Grünspechte sind hier seit Jahren regelmässig und bohren in den Rasenflächen der Gärten nach Ameisen, Buntspechte kommen auch immer wieder, aber die Schwarzspechte halten sich vom Ort (noch) fern.

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  2. Bei uns im Gemeinschaftsgarten höre ich auch wieder den Specht hämmern und singen. Wenn man einmal weiß wem das lachende Singen gehört, erkennt es überall. Ob es dieses Mal der Buntspecht oder Grünspecht ist, beide habe ich hier schon gesichtet, weiß ich nicht. Mich erfreut es einfach sie in der Wohngegend der Großstadt zu hören.

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    1. Ja, die meisten Spechte haben ähnliche Rufe. Beim Buntspecht ist mir auch so ein Tuck-tuck-tuck aufgefallen, dass er bei uns im Garten immer macht, wenn er in der alten Birke nach Nahrung sucht. Ich denke immer, das ist Echolotung, mit der er nach Insekten sucht, aber das bilde ich mir wahrscheinlich nur ein.

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  3. Ja, die sind sehr beeindruckend. Mit der Größe rechnet man erstmal nicht. Eine Zeit lang habe ich in einem Dorf bei Schwerin gewohnt. Es bot sich dort an, vor oder nach der Arbeit eine Runde durch den Wald oder an einen der Seen zu gehen. Im Wald bei Gneven haben sie genistet und das erste Mal habe ich mich richtig erschrocken vor dem großen, schwarzen Vogel.

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    1. Ja, die Größe ist beeindruckend. Ich wusste das es im Prater welche gibt und kannte sie aus dem Fernsehen, war dann aber doch überrascht, dass der Schwarzspecht so viel größer ist als die meisten anderen Spechte.

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    1. Danke! Bunt- und Grünspechte trifft man auch im Prater öfter. Es heißt, dass der Schwarzspecht ebenso flächendeckend in Europa verbreitet sein soll, aber er scheint doch seltener zu sein. Ich hatte jedenfalls zum ersten Mal das Vergnügen.

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  4. Trotz trübem Wetter, schön getroffen, Richard. Jetzt am Ende des Februar beginnt die Balz der Schwarzspechte. Da kannst Du sie gut hören und evtl. auch beobachten. Sie bauen ihre ovalen Höhlen (-eingänge) am liebsten in Buchen in 10 -12m Höhe. Solltest also in dem Laubwaldbestand nochmal Glück haben. Bei mir in Niederbayern gibt es in einem bestimmten Waldstück mehrere. Teilweise 3 verschiedene Arten Spechte in einer Buche. Toi, toi Toi.

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    1. Danke! Ich denke auch, wenn das Licht mal besser ist, sollten sich zusätzliche Beobachtungen machen lassen. Mit der Zeit lernt man die einmal entdeckten Arten besser kennen und weiß, wo man sie findet.

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