Besuch aus Afrika

Der Gartenrotschwanz ist mir bei uns zum ersten Mal Ende April aufgefallen. Der Grund war sein Gesang. Das Männchen saß die meiste Zeit auf den Stromleitungen und trällerte lautstark vor sich hin. Zusätzlich ist der kleine Kerl auch noch hübsch, hat also alles, um die Damenwelt zu beeindrucken.

Irgendwann schien sich dann ein Weibchen seiner erbarmt zu haben. Mittlerweile ist er nicht mehr ganz so lautstark, sitzt aber trotzdem die meiste Zeit herum und schaut bei jeder passenden Gelegenheit neugierig in die Kamera. Ich habe schon ein eigenes Archiv mit Fotos vom Männchen, während das Weibchen die meiste Zeit mit Nestbau und Aufzucht beschäftigt ist. Da gehen sich zwischendurch nur kurze Fotositzungen aus.

Wo das Nest genau ist, kann ich nicht sagen. So auffällig die beiden sich auch im Garten bewegen, beim Anflug des Unterschlupfs sind sie vorsichtig und lassen sich nicht beobachten. Man will seine Gäste aber auch nicht stören.

Die unscheinbaren kleinen Vögel sind nämlich weit gereist. Ihr Winterquartier liegt in den Savannen südlich der Sahara. Früher nannte man die Gegend Schwarzafrika, heute spricht man von Subsahara-Afrika – das Wort wird aber nicht besser, nur weil man schwarz durch unten ersetzt, die europäische Perspektive geht davon nicht weg.

Ob die Vögel jetzt gebürtige Europäer sind, die den Winter in Afrika verbringen, oder Afrikaner, die im Sommer zu uns auf Besuch kommen, ist den Tieren selbst übrigens egal. Sie sind in beiden Regionen zu Hause und das ist ihnen angeboren. Im Herbst werden sich die Jungen vor den Eltern auf den Weg nach Süden machen und sie werden es ganz allein fertig bringen, die Sahara zu überfliegen. Die Reiseroute dafür liegt ihnen anscheinend in den Genen.

12 Kommentare zu „Besuch aus Afrika

    1. Danke. Ich habe die Gartenrotschwänze bislang nicht wahrgenommen. Aber ich glaube, dieses Jahr nisten sie ganz nahe. Und der Gesang ist sehr markant und laut. Deshalb konnte ich sie nicht überhören. Und die Distanzen, die sie zurück liegen, sind schon sehr beeindruckend. Liebe Grüße retour.

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    1. Manche Singvögel sind besondere Sympathieträger. Die Rotkehlchen zählen dazu. Und auch die Rotschwänze. Es liegt wohl an der Zeichnung und den witzigen Gesichtsausdrücken, die sie machen.

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  1. „… ist den Tieren selbst übrigens egal. Sie sind in beiden Regionen zu Hause…“
    Abgesehen von den schönen Fotos gefällt mir diese Sichtweise besonders gut. Kann man ruhig auch auf weitere Lebensbereiche übertragen.
    Grüße, Matthias

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