Ein Moschusbock

Moschusbock

Der britische Evolutionsbiologe J. B. S. Haldane (1892 – 1964) wurde einmal von einem Theologen gefragt, was er denn auf Grund seiner Beschäftigung mit der Schöpfung über den Schöpfer aussagen könne, und er soll darauf geantwortet haben: „The Creator has an inordinate fondness for beatles.“

Das Bonmot ist zwar gut aber nach neuesten Erkenntnissen auch falsch: Der Schöpfer, so es ihn denn gegeben hat, war die meiste Zeit damit beschäftigt, Ameisen zu basteln, und die Tatsache, dass die Käfer auf der Liste bekannter Arten einen größeren Raum einnehmen, ist eher der „ungeheuerlichen Vorliebe“ der Taxonomen geschuldet. Käfer sind aber auch wirklich schicker als Ameisen, und man muss nicht so viel in der Erde wühlen, um welche zu finden.

Diesen stattlichen Moschusbock habe ich zum Beispiel Anfang der Woche auf den noch nicht geöffneten Blüten des gelben Sonnenhutes geschossen:

Dass ich zum Größenvergleich meinen Zeigefinger ins Bild gehalten habe, war nicht besonders durchdacht und wird dem imposanten Exemplar nicht gerecht, denn ich habe ziemlich klobige Würstelfinger, aber zierliche Kinderhand war halt gerade keine in der Nähe. Der Käfer maß gut drei Zentimeter, und mit den Fühlern war er mindestens doppelt so lang, weshalb es sich wahrscheinlich um ein Männchen gehandelt hat.

Die Larven ernähren sich von morschem Weidenholz, während der erwachsene Käfer bei uns im Garten auf der Suche nach Pollen und Pflanzensäften war. Seinen Namen verdankt der Moschusbock einem intensiv riechenden Sekret, mit dem früher Pfeifentabak parfümiert wurde, was wiederum meine mangelnde Vorliebe fürs Pfeiferauchen erklärt.