Gottesanbeterinnen kommen eigentlich aus dem Süden, und sie mögen es im Frühjahr warm. 500 Meter über dem Meeresspiegel sind ihnen dafür fast schon ein bisschen zu hoch, deshalb sind sie bei uns wirklich selten. Dieses Exemplar flog um die Mittagszeit an mir vorüber und erregte so meine Aufmerksamkeit.
Korrekt müsste man wahrscheinlich Gottesanbeter sagen, denn der geschickte, kontrollierte Flug, die zierliche Gestalt und die drei deutlich abgesetzten Ocellen auf der Stirn deuten darauf hin, dass es sich bei diesem Exemplar um ein Männchen handelt.
Falls es um diese Jahreszeit schon seine Gene weitergegeben hat, dann hatte es Glück. Viele Männchen sind nach der Paarung nicht mehr so munter. Sie werden von den Weibchen gern gefressen. Das mag für das einzelne Individuum tragisch sein, erhöht aber die Chancen, dass die Art erhalten bleibt. Schließlich kann das Weibchen die zusätzliche Nahrung gut gebrauchen, um möglichst viele Eier zu produzieren. Männchen, die sich beim Paarungsakt als Snack anbieten, geben deshalb ihre Gene mit einer höheren Wahrscheinlichkeit weiter.
Fluchtdistanz hatte das abgebildete Exemplar keine, stattdessen machte es jedes Mal, wenn ich mich mit der Kamera näherte, die üblichen Fangbewegungen, die den Tieren ihren Namen geben. Ich ließ mich aber nicht erwischen, machte meine Fotos und verzog mich dann wieder, um das Insekt nicht weiter bei der Jagd zu stören.










































