Ich lese gerade das empfehlenswerte Buch „Vom Leben im Totholz“. Der durch die Krefeld Studie bekannt gewordene Entomologe Thomas Hörren widmet sich darin den Xylobionten, also jenen Arten, die in und von Holz leben. Dazu gehören auch die Kammschnaken – große und oft auffällig gemusterte Mücken, deren Larven sich in verrottendem Holz entwickeln. Ihr Auftreten gilt als Hinweis für strukturreiche Wälder, in denen nicht jeder abgestorbene Baum sofort entfernt wird.1
Anscheinend gefallen diesen Kammschnaken auch naturbelassene Gärten, denn während ich das Buch zur Seite lege und eine kleine Runde ums Haus mache, begegnet mir folgendes Prachtexemplar:
Das ist wahrscheinlich eine weibliche Ctenophora pectinicornis. Die Art ist so selten, dass sie nicht einmal einen deutschen Wikipedia-Eintrag hat, aber dafür einen bei Pflanzwas im Blog „Natur auf dem Balkon“. So klein ist die digitale Welt.
Die Imagos ernähren sich von Nektar und Honigtau, die Larven, wie gesagt, von Holzabfällen. Man kann also auch ganz ohne Blut eine stattliche, schöne Schnake werden. Sehr sympathisch.
- Thomas Hörren: Vom Leben im Totholz. Die verborgene Welt von Insekten und anderen Lebewesen. – Residenz Verlag 2025, S. 27f ↩︎




















