Der weiße Irokese

Kormoran

Es gibt eine spezielle Stelle am Donaukanal, auf die ich jeden Morgen sehr aufmerksam zusteuere. Seit einiger Zeit sitzt dort immer ein ganz spezieller Kormoran. Die sehen ja bei uns normalerweise alle gleich aus, aber dieser hat weiße Kopffedern mit einem schwarzen Irokesenschippel in der Mitte. Solange ich nicht zwei gleiche Exemplare nebeneinander sehe, behaupte ich einmal, es ist der einzige Kormoran am Donaukanal mit dieser Farbvariante. Und da ich ihn deshalb von allen anderen Kormoranen dieser Stadt unterscheiden kann, adoptiere ich ihn auch gleich und sehe in ihm „meinen Kormoran“, der am Morgen nur deshalb immer an diesem Platz sitzt, damit ich beim Radfahren ein bisschen Unterhaltung habe.

Ob da auch Leuzismus, also durch genetische Mutation bedingte Weißfärbung, im Spiel ist, weiß ich nicht. Links unten stelle ich noch die in Wien normale Erscheinungsform meinem „weißen Irokesen“ gegenüber. Zu beiden Farbvariante gibt es zahlreiche Fotos im Netz, aber nähere Informationen über beispielsweise unterschiedliche Verbreitungsgebiete dieser Erscheinungsformen habe ich nicht gefunden.

Nachtrag: Dank der fachkundigen Kommentare (siehe unten), ist die Lösung für den Unterschied zwischen den beiden Vögeln ganz einfach. Der Frühling kommt, und der Irokese legt sein Prachtkleid an. Insofern ist mir mein Kormoran ähnlicher als gedacht: Ich bin auch ziemlich ungeduldig und werfe mich mit Vorliebe in Schale. Mein Lieblingsgewand hat übrigens auch ein paar weiße Flecken vom letzten Ausmalen.