Die Innenarchitektur der Singvögel

Vogelnest

Einmal im Jahr werden die Nistkästen geleert und geputzt. Vögel leiden oft unter Milben, Zecken und anderen Parasiten, deshalb ist es wichtig, den Kasten immer sauber zu halten. Viele Arten brauchen auch einen leeren Brutplatz, weil der Nestbau zum Paarungsverhalten dazu gehört.

BlaumeisennestNormalerweise sieht das alte Nest so aus wie bei den Blaumeisen dieses Jahr. Moos und Flaumfedern sind zu einer weichen Mulde verarbeitet. Wir hatten aber bei den Blaumeisen zusätzlich zur gewohnten Unterlage schon einmal einen Kranz feinster rosa Polsterwolle. Man legt als Vogel ja auch Wert auf Dekoration.

Im Nistkasten der Kohlmeisen war einmal eine homogene, fünf Zentimeter hohe Moosschicht. Das Moos schien nach der Brutzeit nicht einmal vertrocknet und wirkte mehr wie lebendiger Waldboden. Nur ganz hinten war eine kleine Vertiefung, die an ein Vogelnest erinnerte.

Richtige Innenarchitekturfreaks sind aber die Hausspatzen. Keine Ahnung, in welchem Einrichtungshaus sie das aufgeschnappt haben, aber seit zwei Jahren besteht ihr Nest ausschließlich aus langen, trockenen Grashalmen und den durchsichtigen Plastikhüllen von Zigarettenpackungen.

Vor allem das Männchen fliegt immer wieder frisches Material herbei. Es ist schon praktisch, dass gegenüber ein Geschäft mit einem Zigarettenautomaten ist. Der Papierkorb davor birgt richtige Schätze. Auf den Kompost kann die Konstruktion jedenfalls nicht. Man muss sie im Restmüll entsorgen. Die Müllsammlung kann seltsame Wege gehen.

Plastiknest