Ein kleines Tänzchen

Dunkle Wolfspinne

Die Dunkle Wolfspinne ist eine der wenigen Spinnen, die ich mich zu bestimmen traue. Sie ist in Mitteleuropa eine der häufigsten Spinnen und zählt zu den Laufwölfen. Diese bauen keine Netze, sondern begeben sich freilaufend auf die Jagd. Die Dunkle Wolfspinne streunt dabei nicht nur über den Boden, sie kann zusätzlich auch auf dem Wasser laufen. Das macht sie einzigartig und die Bestimmung daher besonders einfach. Das Männchen hier ist von oben über dem Gartenteich aufgenommen.

Dunkle Wolfspinne Männchen

Die Männchen sind dunkler als die Weibchen, und wenn sie die Pedipalpen heben wie dieses Exemplar, dann sind sie paarungsbereit, denn mit diesen Tastorganen im Kopfbereich übertragen sie das Sperma. Das Weibchen versteckte sich zunächst noch zwischen der Waschbetonplatte und der Wasseroberfläche, ließ sich aber heranlocken, indem das Männchen rhythmisch mit den Füßen klopfte.

Dieser Tanz ging lange hin und her, das Weibchen zierte sich, und die eigentliche Paarung habe ich nicht mitbekommen. Sie wäre aber auch recht unspektakulär gewesen. Das Männchen übergibt seinen Samen und darf anschließend weiterleben. Es muss sich nicht auch noch selbst als Snack anbieten, wie das bei anderen Spinnenarten der Fall ist.

Wenn Spinnenmännchen gefressen werden, erhöht das ihre Chancen, die eigenen Gene erfolgreich weiterzugeben. Das Weibchen braucht ja viel Energie, um die gemeinsamen Nachkommen durchzubringen. Es gibt aber auch Forscher, die versuchen, seltene Arten nachzuzüchten und jedes Mal, wenn sie ein Männchen zum Weibchen ins Terrarium setzen, glaubt die Spinne, sie wird gefüttert und beginnt das Paarungsritual mit dem Verspeisen des potentiellen Partners.

Der Grat zwischen einer erfolgreichen Fortpflanzungsstrategie und einem Grund fürs Aussterben ist schmal. Da lohnt es sich, wenn man lernt, übers Wasser zu gehen. Die Weibchen der Dunklen Wolfspinne haben selten Nahrungsprobleme. Sie sammelt, was an Kleininsekten auf die Teichoberfläche fällt.

Die Tiere kümmern sich übrigens liebevoll um ihren Nachwuchs und verteidigen den Kokon, den sie ständig mit sich herumtragen. Hier noch ein Foto einer anderen Wolfspinne vom vorletzten Sommer.

Weibliche Wolfspinne mit Kokon

Saisonbeginn

Ringelnatter

Wenn der April die ersten sommerlichen Temperaturen bringt, dann ertappe ich mich dabei, dass mein Blick übers Wasser des Teichs huscht. Ich suche nach einer schlängelnden Bewegung oder einem hellen Punkt, der über die Oberfläche gleitet und kein Wasserläufer ist.

Ringelnatter

Normalerweise muss die Ringelnatter mit ihrer Wärme haushalten. Sie geht nur kurz ins kühle Wasser und versucht schnell Beute zu machen. Am Sonntag hatte ich beim Fotografieren aber leichtes Spiel. Die Temperaturen stiegen Richtung 30 Grad und immer, wenn ich für fünf Minuten aufs Wasser blickte, wurde ich fündig. Ich denke, es waren zwei verschiedene Exemplare, die von früh bis spät munter durch den Teich huschten.

Ringelnatter

Ich verbrachte aber auch viel Zeit damit, mich im Schatten von der Gartenarbeit auszuruhen. Mir kommt vor, die Jahreszeiten reduzieren sich immer mehr auf zwei: In der einen Hälfte des Jahres warte ich darauf, dass es wieder wärmer wird, nur um unmittelbar anschließend darauf zu warten, dass es wieder kühler wird.

Für die Ringelnatter, heißt es, hat der Klimawandel auch Vorteile. Die Winterruhe wird kürzer und wenn der Frühling gleich Sommertemperaturen bringt, kann sie den ersten Hunger stillen. Das führt auch in unserem Gartenteich dazu, dass es sich von Jahr zu Jahr ein wenig mehr schlängelt.